10. November 2021
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Zara Riffler

ICE-Messerstecher ruft vor der Tat «Hilfe, ich bin krank». Ein Gutachter befindet ihn für «schuldunfähig». Gibt es einen neuen Frei-Spruch für Attentäter?

«Ich bin krank, Hilfe», ruft ein Syrer im ICE und sticht daraufhin auf Köpfe und Oberkörper von Passagieren ein. Menschen wurden schwer verletzt, traumatisiert.

Innerhalb nur eines einzigen Tages entschied ein Gutachter vorläufig, dass der nach Deutschland geflüchtete Mann wegen einer Schizophrenie «schuldunfähig» sei – ein Wort, das schwer wiegt.

Aus Tätern mit Migrationshintergrund werden immer häufiger «Schuldunfähige», wie beim «Allahu Akbar»-rufenden Würzburg-Attentäter. Drei Frauen starben, mehrere Passanten wurden verletzt.

Auch beim Todesraser von Eschwege, mit einem achtjährigen Mädchen als Todesopfer, folgte Psychiatrie statt Gefängnis.

Die Liste wird länger.

Opfer und Angehörige bleiben immer öfter unentschädigt.

Nur der Rechtsstaat entscheidet über Schuldfähigkeit.

Doch das Vertrauen schwindet, wenn Gutachter und Medien eilig den Richterhammer schwingen.

Der verheerende Eindruck: Um so schneller ein Täter mit Migrationshintergrund als psychisch krank und schuldunfähig betitelt wird, desto weniger Fragen werden gestellt.

Doch noch verheerender: Täter stracks als «schuldunfähig» zu bewerten, könnten Attentäter gezielt ausnutzen – mit Nachahmer-Taten, bei denen «Hilfe, ich bin krank» vor «Allahu Akbar» gerufen wird.

Wird das der neue Freispruch für Attentäter?

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9 Kommentare zu “ICE-Messerstecher ruft vor der Tat «Hilfe, ich bin krank». Ein Gutachter befindet ihn für «schuldunfähig». Gibt es einen neuen Frei-Spruch für Attentäter?”

  • Frankfurterin sagt:

    Hallo, liebe Frau Riffler, freue mich, Sie hier zu finden!! Kenne Sie durch Ihre interessanten Artikel bei TE. Weltwoche daily ist mir inzwischen aber auch unverzichtbar geworden. Ein großer Dank gilt Herrn Köppel! Gruß aus Frankfurt

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  • Propagandastaatsfunk sagt:

    Wär es ein Eingeborener gewesen wäre sofort in den Medien die Rächtekeule geschwungen wurden, aber so ist es wie in dem Fall in Würzburg. Der arme Mann kommt in die Psychiatrie und bekommt dann auf unsere Kosten ein paar Sitzungen und Freigang.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Interessant könnte es werden, wenn mal eine Frau Merkel, eine Frau Baerbock oder ein Herr Söder Bekanntschaft mit dem Messer eines Migranten machen würden. Ob dann immer noch auf Schuldunfähigkeit plädiert würde?

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    • ClaudiaCC sagt:

      Das wird leider nie passieren, da die Damen und Herren der politischen "Elite" wohlweislich ständig von Personenschützern umgeben sind und den Teufel tun, sich den Gefahren der von ihren Multi-Kulti-Gästen bevölkerten No-Go-Stadtviertel, Bahnhöfe und öffentlichen Verkehrsmittel auszusetzen wie das gemeine Volk das notgedrungen muss. Da lässt man sich doch lieber in der gepanzerten Dienstkarosse kutschieren oder nimmt gleich den Luxus-Jet, wofür gibt es denn sonst die Steuerzahler ?

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  • Ulrich J. sagt:

    Schizophrenie scheint aber unter Anhängern einer bestimmten Religion ansteckend zu sein. In Nordhausen (Thüringen) wurden Durchsuchungen im Freundeskreis des Kranken durchgeführt. Kontaktnachverfolgung heißt das auf Neudeutsch, sicher verbunden mit einer 14tägigen Quarantäne.

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  • Joerg Sulimma sagt:

    Der inflationäre Gebrauch psychischer Krankheiten zur Erklärung von Attentaten ist ja nicht neu. Ich erinnere nur an die Geiselnahme von Gladbeck 1988, Rösner und Degowski. Hier wurde auch und gerade durch die Medien eine "schwere Jugend" und ähnliches attestiert. An der Verurteilung hat das indessen nichts geändert. Wir leben heute in einer anderen Zeit, das ist richtig, die meisten Attentäter werden aber nach wie vor verurteilt. Nur politische Fragen müssen so nicht beantwortet werden...

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  • Der Michel sagt:

    Vor Jahren gab's mal die Masche, dass Asylbewerber sich selbst schwerer Verbrechen in ihren Herkunftsländen bezichtigten, wegen derer sie dort die Todesstrafe (oder einen Strafvollzug, der nach hiesigen Maßstäben "menschenunwürdig" sei) zu befürchten hätten. Was Sie hier in den Raum stellen, Frau Riffler, wäre eine Neuauflage dieser Groteske. Da hierzulande Grotesken schwer en vogue sind dürfte das auch genau so kommen.

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  • kaercher sagt:

    Wird ein Ausländer aus Gesundheitsgründen von der Verantwortung für seine Tat entbunden, so geht die Verantwortung für die Opfer und den angerichteten Schaden auf den Staat über, der bei der Gewährung eines Aufenthaltsrechts an einen Geisteskranken seine erste Pflicht: seinen Bürgern öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, fahrlässig, nicht selten auch bedingt vorsätzlich versäumt hat.
    Wie lange noch dürfen andere Länder ihre Gefängnisse und Irrenhäuser nach Deutschland entleeren?

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