28. Oktober 2021
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Wolfgang Koydl

Grösser, jünger, bunter: Der Bundestag ist so aufgebläht wie noch nie. Trotzdem bejubeln ihn die Medien fan­ta­sie­los einstimmig

Jung ist besser als alt, und jünger ist noch viel, viel besser.

Bunt ist besser als einfarbig, und bunter ist, nun ja, noch farbiger.

Aber ist gross besser als klein?

Kommt drauf an.

Beim neuen Bundestag mit seinen 736 Abgeordneten schien man sich jedenfalls einig: Der ist zu gross.

Aber wie bejubeln die Medien das Parlament – so fantasielos einstimmig, als folgten sie einem zentralen Erlass?

Grösser! Jünger! Bunter! Hurra!

Hurra? «Grösser» passt doch gar nicht zu diesem Dreiklang.

Doch Sprache ist eine wundersame Zauberin. Im Mix mit «jung» und «bunt» klingt «gross» plötzlich positiv – so nach dem Olympia-Motto: «Schneller, höher, stärker.»

Und wie von Zauberhand verschwindet das Thema des aufgeblähten Parlaments. Auftauchen wird es wohl in vier Jahren – wenn der 21. Bundestag gewählt wird.

Der ist dann sicher noch jünger und bunter. Und natürlich grösser.

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1 Kommentar zu “Grösser, jünger, bunter: Der Bundestag ist so aufgebläht wie noch nie. Trotzdem bejubeln ihn die Medien fan­ta­sie­los einstimmig”

  • Joerg Sulimma sagt:

    "Jünger" ist kein Wert an sich. "Bunter" ist sehr relativ, wenn man bedenkt, dass bis auf die AfD - die in diesen Lobeshymnen der Mainstreammedien natürlich nicht gemeint ist - alle Parteien im Grunde die gleich Politik machen. "Fifty shades of grey" sozusagen. So spielt das "Größer" oder "Kleiner" dieses Farbtopfs dann keine Rolle mehr. Außer man bedenkt, was das Ganze den Steuerzahlern wieder an zusätzlichen Kosten auferlegt!

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