17. November 2021
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Norbert Bolz

Helge Braun und die unendliche Vielfalt der Geschlechter – oder: Wie woke ist die CDU?

Wer glaubt, die Merkel-Dämmerung sei abgeschlossen, irrt.

Sie sammelt nicht nur in einer Art Abschiedsturnee internationale Auszeichnungen ein, die sie sich für ihre Verdienste um andere Länder redlich verdient hat. Sie sorgt sich nun auch noch um ihre Nachlassverwaltung.

Nur so kann man es nämlich erklären, dass sich der zwar gewichtige, aber völlig farblose Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts, jetzt um den Parteivorsitz der CDU bewirbt.

Eine Kostprobe seines politischen Innovations-Potentials hat er gerade in einem Interview gegeben, in dem er sich nicht nur frauenquotenfreundlich und islamophil zeigt, sondern auch auf die Frage antwortet, wie viele Geschlechter es denn gebe.

Antwort: «Neben den klassischen auch das Diverse», und da dieses eben vielfältig sei, seien die Geschlechter unzählbar.

Das ist die Antwort, die man aus LGBTQ-Seminaren, von den Grünen und Teilen der SPD kennt.

Das heisst, es ist die «woke» Antwort.

Sie zeigt, dass die CDU nach der krachenden Wahlniederlage in panischer Angst vor dem Zeitgeist nun bereit ist, die letzten Unterschiede zum rot-grünen Mainstream zu tilgen.

Man könnte aber auch sagen: Helge Braun steht dafür, noch mehr Merkel zu wagen.

Und so können wir gespannt sein, wie Frau Merkel es schafft, dass Braun es schafft – und Friedrich Merz zu verhindern.

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11 Kommentare zu “Helge Braun und die unendliche Vielfalt der Geschlechter – oder: Wie woke ist die CDU?”

  • Propagandastaatsfunk sagt:

    Danke an alle Kommentatoren und den Artikelschreiber, ich kann Ihnen nur Zustimmen. Da inzwischen bekannt ist, dass Menschen mit Fettleibigkeit zu schweren Coronaverläufen neigen, ist zu erklären warum dieser Herr solche extreme Ansichten zu Corona-Maßnahmen hat. Warum er aber seine Ängste, täglich auf das Volk übertragen darf erklärt sich mir nicht.

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  • Fischkopp sagt:

    Für Deutschland wäre ein CDU-Vorsitzender Braun furchtbar, auch würde es für die CDU wohl den weiteren und dann endgültig. irreversiblen Abstieg bedeuten. Auch wenn mir diese Entwicklung als AfDler nicht ganz unrecht wäre, so hoffe ich im Interesse Deutschlands doch darauf, dass Merz das Rennen macht.
    Er ist aktuell der Einzige in der Führungsriege der CDU, welcher die Charakterstärke und (finanzielle) Unabhängigkeit mitbringen würde, um Merkels Saustall auszumisten und die CDU zu reanimieren.

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  • Fischkopp sagt:

    Es ist kein Zufall, dass die Aktivistin der letzten Stunde diesen Helge Braun zu ihrem wichtigsten Sprachrohr gemacht hat. Dieser Mann verfügt über eine deutlich überdurchschnittliche Intelligenz in Verbindung mit völliger Prinzipienlosigkeit, was ihm erlaubt, jede noch so wirre politische Kehrtwende aus dem Stehgreif als alternativlos darzustellen. Dieser Typ ist brandgefährlich und hätte auch in der SED eine glänzende Karriere hingelegt.

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  • gisela.freyzeit@gmx.de sagt:

    Helge Braun findet, dass die Anzahl der Geschlechter unzählbar sei. Wie soll das gehen? Wir können bis tausend zählen, bis zu einer Million, Milliarde , Trilliarde usw. Auf der Welt gibt es etwas mehr als acht Milliarden Menschen. Es gibt - nach Helge Braun - also mehr Geschlechter als Menschen auf der Welt? Was ist von solch einer Äußerung zu halten? Ich bin Sonderschullehrerin für Lernbehinderte. Keiner meiner Schüler (inklusive Schülerinnen) würde so eine Aussage machen. Ich mache mir Sorgen.

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    • Der Michel sagt:

      Nein, da hat der gute Mann schon recht: "Geschlecht" kann ja irgendwas zwischen den Polen m/w/d sein - also beispielsweise 40%"m"+47%"w"+13%"d" (=100% trans-queer-mist). Und da es unendlich viele Zahlen zwischen 0 und 100 gibt (Brüche und irrationale Zahlen nicht vergessen!) gibt es unendlich viele Geschlechter. Die meisten davon haben sich einfach noch nicht in einem Menschen materialisiert. - A propos "irrational"...

      Und nur zur Sicherheit: Bitte den Kommentar *nicht* ernst nehmen 😉

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  • onckel fritz sagt:

    Glauben Sie es nur, die böse Alte aus der Berliner Waschmaschine ist noch lange nicht weg. Hätte sie dort anbauen sollen, um sich anschließend still und leise an den uckermärkischen Suppentopf zurückzuziehen? Deswegen hat sie nur solche Figuren, wie Braun, Altmeyer, Krampe und Uschi um sich. Wir werden mit „Mutti“ mindestens überwintern, womöglich übersommern. Solche Kohabitationsverhandlungen ziehen sich.

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    • onckel fritz sagt:

      „Wetten dass“ wir im Herbst 22 eine Kanzlerin Merkel haben? „Mimimi, wer soll es denn machen?!?“ Falls ich verliere, lasse ich mich impfen - gegen Diphtherie-Pertussis-Tetanus, da die letzte Auffrischung länger zurück liegt.

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  • Der Michel sagt:

    Die CDU hat fertig - mit Braun oder Röttgen geht's vollends schnell, mit Merz wird das Siechtum länger dauern. Da keiner der Herren - incl. Gefolge - auch nur im Ansatz bereit ist, sich auf die konservativen Werte zurückzubesinnen, für die die CDU einst gestanden hat und sich von der undemokratischen Stigmatisierung und Ausgrenzung der AfD zu lösen sehe ich keine Chance, dass aus diesem Trümmerhaufen nochmal was wird, was man - in ferner Zukunft - wieder wählen könnte.

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    • AntonHofnarr sagt:

      Sie haben leider so was von recht ... Die CDU von vor der Wende ist gestorben und von der Totengräberin Merkel verscharrt. Sie ist jedoch nicht die allein Schuldige. Frühe Wegbereiter der CDU dahin, wo diese heute steht, waren u.a. R. Süssmuth und J. Todenhöfer, die aus dem eigentlich gefestigten Konservatismus ausbrachen und begannen, die CDU zur Plagiats-SPD umzuformen. Die gegenwärtige CDU würde vermutlich die einstigen Programme und Ziele ihrer Partei als "rechts" einstufen.

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      • Der Michel sagt:

        "Die gegenwärtige CDU würde vermutlich die einstigen Programme und Ziele ihrer Partei als "rechts" einstufen."

        Tut sie. Vergleichen Sie das heutige AfD-Parteiprogramm heute dem Parteiprogramm der CDU um 2000 herum - oder googeln Sie nach Merkel-"Reden" um die Jahrtausendwende. Was die Dame damals teilweise sagte gilt heute nicht als rechts, nicht als rechtsradikal, sondern als rechtsextrem. Mindestens.

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    • Fischkopp sagt:

      Merkel ist das trojanische Pferd... /sie hat den Klassenfeind von innen heraus zerstört.

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