19. November 2021
Nena Schink

Heidi Klum sucht das diverse Topmodel. Nur: Die Designer machen nicht mit – weil den dicken, dünnen, jungen, alten Models die Kleider nicht passen

Es war einmal eine blonde Frau, die so schön war, dass die Menschen, die ihr begegneten, staunten: Das golden glänzende Haar, die ebenmässigen Gesichtszüge, die langen Beine, die makellose Haut.

Sie hatte etwas von Brigitte Bardot und war doch unvergleichbar. Die Rede ist von Claudia Schiffer.

Sie war das Gesicht einer Ära, der Ära der Supermodels. Sie verkörperte Freiheit.

Und eigenständigen Erfolg.

Denn während Models zuvor meist namenslos gewesen waren, galten die Supermodels als Individuen, die Grenzen überschritten.

Modeln war und ist Hochleistungssport. Es ist die Auslese der Schönsten von den Schönen. Wie in jeder anderen Branche muss man aussergewöhnlich sein, um zu den Topverdienern zu gehören.

Doch eine will das jetzt verändern: Heidi Klum.

Sie sucht aktuell mal wieder «Germanys next Topmodel». Und dieses Mal: ohne Grenzen. Dick, dünn, alt, jung – jede kann das neue deutsche Topmodel werden.

Die Diversität ihrer Sendung hat jetzt Konsequenzen, mit denen Heidi nicht gerechnet hat: Es hagelt Absagen von zahlreichen Designern.

Der Grund: die Masse ihrer Kandidaten.

Unsere Heidi kann das nicht verstehen: Die Branche fordere doch Diversität.

Man muss sie verstehen: Sie selbst gehörte nie zu dem elitären Kreis der Supermodels und ihre Tochter Leni verfügt über keine Gardemasse. Leni, die das neue Supermodel werden will, ist 1.63 m klein. Da ist Heidis Ruf nach Diversität verständlich, liegt die Gardemasse für Models doch eigentlich bei mindestens 1.75 m.

Ein Glück, dass zumindest die Designer noch nach Perfektion streben.

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2 Kommentare zu “Heidi Klum sucht das diverse Topmodel. Nur: Die Designer machen nicht mit – weil den dicken, dünnen, jungen, alten Models die Kleider nicht passen”

  • onckel fritz sagt:

    Bitte um Pardon, vielleicht verstehe ich nur die schweizerische Schreibweise ohne „ß“ nicht? 1,75m Mindestgröße für Models sollte doch aber „das Gardemass“ in Metern und nicht „die Gardemasse“, womöglich noch in Kilogramm heißen? Ich dachte immer, Designer wären ganz furchtbar kreativ, dies aber wohl nur oberhalb einer bestimmten Kleiderstangengröße? Wie der Herr Chefredaktor sagen würde, wäre das aber „himmeltraurig“.

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  • onckel fritz sagt:

    Wenn ein Karl Lagerfeld eine wunderschöne Claudia Schiffer als „deutsche Kuh“ tituliert hatte, stimmt vielleicht doch etwas mit der Optik der Designer nicht? Ich liebe schöne Frauen als Models, die aber durchaus auch mal jenseits bestimmter Kleidergrößen oder jenseits der 50 unglaublich attraktiv sein können. Wer soll denn all die tollen Kleider tragen? Die jungen Frauen können sich diese gar nicht leisten und für die gut situierten und proportionierten reiferen Damen wollen die Herren und Damen Designer nicht „schöpfen“?

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