04. November 2021
Alles lesen
Matthias Rüb

Haltungsjournalismus mit Staatsauftrag: Das ARD beschwört einen Skandal um Impfstoff-Vernichtungen durch Pharma-Konzerne. Dabei sind Politiker in Berlin und Brüssel Schuld

Das Magazin «Kontraste» des ARD-Hauptstadtsenders rbb berichtet, dass in Deutschland die Vernichtung von Millionen Corona-Impfdosen drohe, weil die Hersteller deren Spende an Drittwelt-Staaten verhinderten.

Dem Pharma-Skandal auf die Spur gekommen, ist das Magazin durch ein Schreiben des Staatssekretärs im Berliner Gesundheitsministerium an die EU-Kommission, das an den Sender durchgestochen wurde.

In dem Schreiben heisst es: «Wir werden demnächst vor einer Situation stehen, in der einige Länder grosse Mengen an Impfstoff vernichten müssen, der anderswo dringend benötigt wird.»

Wortreich erregt sich der Spitzenbeamte über den «inakzeptablen» Umstand, dass Impfstoffhersteller die Spende von an Deutschland gelieferten Dosen nach Afrika verhinderten. Dass sie «Mindestpreise diktieren» oder «überzogene Ausgleichszahlungen» verlangten.

Nur: Die entsprechenden Verträge hat die EU-Kommission mit den Impfstoffherstellern geschlossen, weil sie möglichst schnell an möglichst viel Vakzin kommen wollte. Einem Haftungsausschluss samt Weitervergabeverbot stimmte sie deshalb zu.

Die Hersteller jetzt im Brustton der Entrüstung zu beschuldigen, sie setzten «Profit über Gesundheit», ist ein klassischer Fall von Haltungsjournalismus: Pharmariesen anzuschwärzen kommt immer gut an.

Dabei waren es Regierungsbürokraten in Berlin und Brüssel, die es zunächst versäumten, ausreichend Impfstoff zu bestellen und anschliessend so viel davon einkauften, dass die gebunkerten Überschussmengen jetzt ihr Verfallsdatum erreichen.

Es kommt den Politikern sehr entgegen, wenn staatsfinanzierte «Enthüllungsjournalisten» den schwarzen Peter nicht ihnen zuschieben, sondern jenen sinisteren Pharmariesen.

114 0

1 Kommentar zu “Haltungsjournalismus mit Staatsauftrag: Das ARD beschwört einen Skandal um Impfstoff-Vernichtungen durch Pharma-Konzerne. Dabei sind Politiker in Berlin und Brüssel Schuld”

  • Der Michel sagt:

    Diese Affäre zeigt, dass es bei der Impferei nur um eines geht: Geld. Selbst wenn in diesen Veträgen ein "Weitergabeverbot" festgeschrieben ist (warum eigentlich? Als die Verträge geschlossen wurden dachte doch kein Mensch daran, auch nur eine einzige Dosis dieses flüssigen Goldes abzugeben) *könnte* man als Pharmariese, der bereits Milliarden gescheffelt hat und einen anscheinend immer hungrigen Goldesel an der Hand hat, auf dieses Verbot verzichten. Man könnte - wenn es um Gesundheit ginge.

    6
    1

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.