04. November 2021
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Rolf Hürzeler

Der Brexit spült zwei europäische Urkonflikte an die Oberfläche: die Teilung Irlands und der Fischerei-Streit. Lösungen sind keine in Sicht

So sehen Anachronismen aus: In Nordirland muss sich Grossbritannien gegen eine Grenze wehren, die eine Provinz vom eigenen Land abschneidet. Denn genau das, verlangt die EU von London.

Und im Süden muss Grossbritannien die Souveränität seiner Gewässer rund um die Kanalinseln gegen die Übergriffe französischer Fischer und Polizeibehörden verteidigen.

Beide Konflikte gehen auf uralte Interessengegensätze zurück: Nämlich bis weit ins Mittelalter, als sich die heutigen Staatsformen nach und nach abzuzeichnen begannen.

Wie immer, wenn Streitigkeiten der Altvorderen akut werden, steckt ein aktueller Anlass dahinter. In diesem Fall heisst er: Brexit.

Aus Sicht von Brüssel darf der britische EU-Austritt keinesfalls so schmerzlos bleiben, wie er bisher anhin war. Andernfalls könnte er für Nachahmer reizvoll sein.

Deshalb ist Kompromisslosigkeit angesagt, sei es in Nordirland oder am Ärmelkanal.

Und für die Briten ihrerseits kann es kein Einlenken geben, weil der Brexit exakt im Zeichen einer selbstbewussten Eigenstaatlichkeit erfolgte.

So werden die Anachronismen weiterleben und heute unsere, später kommende Generationen beschäftigen.

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