21. September 2021
Henryk M. Broder

Greta kommt nach Berlin, zwei Tage vor der Kanzler-Wahl – weil niemand in Deutschland die Klima-Krise mit dem nötigen Ernst behandle

Greta kommt, sie ist vermutlich schon unterwegs, um am 24. September, dem Freitag vor dem Wahlsonntag, an einer Kundgebung in Berlin teilzunehmen, einer von «414 Aktionen in ganz Deutschland», die dem Klimaschutz «Gesicht und Stimme» geben sollen – so steht es auf der Homepage der deutschen Sektion der Fridays for Future-Bewegung. 

Der Klimastreik ist ein «globaler». Dass Greta sich für einen Auftritt in Berlin entschieden hat, und nicht in Kigali oder Harare, unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Bundesrepublik für das globale Klima. 

Gleichwohl ist Greta von der Performance der deutschen Politik nicht besonders angetan. In einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel sagte sie, «kein Politiker, keine Politikerin, keine Partei» würde die Klimakrise mit dem nötigen Ernst behandeln. «Wir werden immer noch politisch betrogen.» Deswegen «müssen wir auf die Strasse gehen», um «die Menschen zu mobilisieren».

Allein dieses Statement zeigt, dass der Verdacht, «die weltweit bekannte Klimaaktivistin» habe ein Wahrnehmungsproblem, nicht aus der Luft gegriffen ist. 

Kein anderes Thema wird in Deutschland so gnadenlos gründlich diskutiert wie die Klimakrise, nur eben nicht ganz im Sinne von Greta, die vor drei Jahren, im Sommer 2018, ein Erweckungserlebnis hatte, das ihre Phantasien seitdem befeuert.

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1 Kommentar zu “Greta kommt nach Berlin, zwei Tage vor der Kanzler-Wahl – weil niemand in Deutschland die Klima-Krise mit dem nötigen Ernst behandle”

  • AntonHofnarr sagt:

    Man nehme einen Globus, suche darauf Deutschland und stelle dessen Größe in Relation zum Rest der Welt. Was, so frage ich ernsthaft, soll in diesem kleinen Fleck positives zu Gunsten eines "guten" Klimas bewirkt werden? Die Sünden von China, USA und Indien im Alleingang beseitigen?

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