23. November 2021
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Alexander Wendt

Gesundheitsminister Jens Spahn versicherte erst, es werde keine Impflicht geben. Die Kehrwende folgte klammheimlich

«Nein, es wird keine gesetzliche Impfpflicht geben», versicherte das von Jens Spahn geführte Bundesgesundheits-Ministerium noch vor ein paar Monaten auf seinem Internetangebot, das Verschwörungstheorien widerlegen soll.

Jetzt entfernten Spahns Beamte klammheimlich diese Beteuerung; offenbar, weil sie meinten, der Satz von damals wäre jetzt das «falsche Signal».

In der deutschen Corona-Politik ist nichts so wichtig wie das unentwegte Signalisieren. Die Zeichen sollen den Bürgern souverän die Richtung weisen. Zumindest in der Theorie.

In Deutschland gilt beispielsweise der Genesenen-Nachweis nur sechs Monate. Wissenschaftlich lässt sich das nicht begründen. Politiker halten das trotzdem für sinnvoll, um die Impfbereitschaft zu fördern.

So begründeten die Verantwortlichen auch die Einschränkungen der Gratis-Tests. Um dann verblüfft festzustellen, dass willkürliche und irrationale Massnahmen die Impf-Skeptiker doch nicht massenhaft zur Spritze treiben.

Auch nach der heimlichen Löschaktion auf der Ministeriumsseite werden sich Politiker vermutlich fragen: Woher kommt nur dieses Misstrauen der Bürger?

Deutschland geht in diesem Winter wieder in einen partiellen Lockdown – nach dem parteiübergreifenden Versprechen, es würde keinen Lockdown mehr geben.

Gut, dass es wenigstens ein Milieu gibt, das offenbar weder Skepsis noch Zweifel am politischen Zeichensetzen kennt: Die politische Klasse selbst.

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3 Kommentare zu “Gesundheitsminister Jens Spahn versicherte erst, es werde keine Impflicht geben. Die Kehrwende folgte klammheimlich”

  • Imogen Tabbs sagt:

    In Deutschland kann man sich halbwegs darauf verlassen, dass die jetzt lauthals propagierte Impfpflicht wegen organisatorischer Unfähigkeit nicht wirklich durchgesetzt werden kann. Totale Inkompetenz hat zuweilen auch Vorteile.

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  • Propagandastaatsfunk sagt:

    Da unsere Politiker in dieser Plandemie kräftig mit abkassieren, wie bei den Maskendeals, so ist es auch bei der Giftspritze. Diese Politiker sitzen entweder in den Aufsichtsräten bei BIG-Pharma oder kassieren durch die Hintertüre (nennt man Lobbyarbeit) und deshalb muss jeder sich jetzt 2-3 mal jährlich den Dreck spritzen lassen. Nach der Impfpflicht kommen die Lager wie 1933.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Die typischen Anzeichen einer sich entdemokratisierenden Zeit; einmal hüh, einmal hott, Zick-Zack-Kurs eben ... Kontinuität erscheint in diesen ach so modern(d)en Zeiten nicht erstrebenswert. Die Herrschenden tun, was sie wollen, leider nicht, was sie sollen (von fest vorgegebenen demokratischen Grundsätzen her).

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