03. Dezember 2021
Wolfgang Koydl

Im Schlamm der Klischees – auf Kosten der Gebührenzahler: Die neue ARD-Serie «Ein Hauch von Amerika» ist mehr als bizarr

Wie sind weisse Amerikaner?

Rassistisch.

Deutsche?

Nazis.

Priester und Nonnen?

Unmenschlich.

Die junge deutsche Frau?

Tolerant, doch unterdrückt von … siehe oben.

Sie lässt kein Vorurteil aus, die ARD-Serie «Ein Hauch von Amerika», die 1950 in der amerikanisch besetzten Pfalz spielt: Genüsslich suhlen sich ihre Macher in Klischees wie Flusspferde im Schlamm.

Holzschnittartig die Figuren: Senile Oma mit Hitler-Gruss, Bürgermeister mit Nazi-Vergangenheit, und der Obama, pardon, der Held: Schwarzer GI, der sich in weisse Maid verliebt und – geht’s noch – George Washington heisst.

Was hier auf Kosten der Gebührenzahler teuer produziert wurde, ist überraschend wie ein Adventskalender, dessen Inhalt auf der Rückseite steht. Propaganda statt Erkenntnisgewinn.

Zarten Seelen gilt ein Warnhinweis, dass der Film «rassistische Sprache» enthalte, die «die Lebenswirklichkeit der 50er-Jahre» widerspiegele und noch immer existiere.

Vielleicht deshalb wird aus dem «Nigger» im englischen O-Ton der verschämte «N-er» im deutschen Untertitel.

Man kann nicht vorsichtig genug sein.

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2 Kommentare zu “Im Schlamm der Klischees – auf Kosten der Gebührenzahler: Die neue ARD-Serie «Ein Hauch von Amerika» ist mehr als bizarr”

  • Dominik Hellenbeck sagt:

    Auf breiter Front wird durch die „Medienschaffenden“ (die DDR-„Kulturschaffenden“ lassen grüßen) im Westen die Vergangenheit durch Kinofilme, TV-Dokumentationen, „Historische Serien“ etc. gegenwartskompatibel umgeschrieben. Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Gegenwart...

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  • Der Michel sagt:

    Muss man es anschauen? Nicht? Ok, Die Kiste bleibt aus. Danke für den Warnhinweis (es hätte seiner allerdings nicht bedurft - nach mehrfacher einschlägiger Erfahrung mit diesen Anstalten gibt's bei uns schon länger keinen Staatsfunk mehr).

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