18. Oktober 2021
Walter Hollstein

Gender-Forscherin Franziska Schutzbach schrieb ein Buch über die «Erschöpfung der Frauen», obwohl Männer erschöpfter sind

Franziska Schutzbach, Schreibende in Basel, Geschlechterforscherin und Soziologin, hat ein Buch geschrieben über die «Erschöpfung der Frauen».

Wohl erfolgreich – auf der Verkaufsliste von Amazon firmiert es unter den Bestsellern.

Ihre Grundthese lautet, dass das weibliche Geschlecht stets und immer verfügbar sein muss – vor allem emotional, aber auch sexuell. «Es sind diese allgegenwärtigen Ansprüche, die Frauen in die Erschöpfung treiben.»

Subjektiv mag das so sein. Objektiv müssen Zweifel angemeldet werden.

Schutzbach behauptet ohne Daten und Fakten, schaut man auf diese, so wären die Männer das «erschöpfte Geschlecht»: Sie sterben früher, sind im gesellschaftlichen Durchschnitt kränker, bringen sich signifikant häufiger um und leiden zum Beispiel auch mehr unter Corona.

Grundsätzlicher ist der Einwand, dass es in der Gender-Debatte wenig bringt, ein Geschlecht isoliert vom anderen zu betrachten. Darauf hat im deutschsprachigen Raum die Freiburger Soziologin Elisabeth Beck-Gernsheim in ihrer Untersuchung «Das halbierte Leben» schon 1980 beispielhaft hingewiesen.

Zum dritten stellt Schutzbach die Frauen erneut in die Opferecke. Insofern vertritt sie eine ausgesprochen reaktionäre Form von Feminismus.

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1 Kommentar zu “Gender-Forscherin Franziska Schutzbach schrieb ein Buch über die «Erschöpfung der Frauen», obwohl Männer erschöpfter sind”

  • JB sagt:

    Nicht nur Lebenserwartung und Suizidrate, der Mann ist auch mehr drogenabhängig, obdachlos, leidet häufiger an schweren Arbeitsunfällen, macht mehr Schwerarbeit, sitzt viel mehr in Knast, wird im Knast häufig vergewaltigt, was keinen interessiert, begeht Sexualverbrechen (eigene Schuld) und die Liste geht weiter…

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