01. November 2021
Rainer Zitelmann

Am G20-Gipfel demonstrieren Antikapitalisten. Doch ihre Parolen sind falsch: Der Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung – auch für den Klimawandel

Merkel nimmt Scholz mit zu G20: Dort kennen ihn viele nicht, die Amerikaner haben seinen Namen falsch geschrieben. Manche könnten sich erinnern, was er 2017 vor dem G20-Gipfel in Hamburg versprach: «Seien Sie unbesorgt: Wir können die Sicherheit garantieren.»

Die Sicherheit der Staatsmänner war in der Tat nicht gefährdet, aber dafür brannten Autos und Barrikaden überall in Hamburg. Ob sich manche an diese Bilder erinnern?

Wieder wird in Rom demonstriert – und dann gleich weiter in Glasgow: So wie damals in Hamburg geht es gegen den Kapitalismus, der für alles Böse auf der Welt verantwortlich ist, also für Hunger, Armut, Klimawandel, Umweltzerstörung, Krieg und Corona.

Aber: Bevor der Kapitalismus entstand, lebten 90 Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut (1820). In den letzten Jahrzehnten hat sich der Rückgang der Armut so stark beschleunigt wie in keiner Phase der Menschheitsgeschichte zuvor: 1981 lag die Quote noch bei 42,7 Prozent, im Jahr 2000 war sie bereits auf 27,8 Prozent gesunken und heute liegt sie unter 10 Prozent.

Und was Klimawandel und Umweltprobleme anlangt, so zeigt ein Vergleich des Index der wirtschaftlichen Freiheit («Kapitalismus-Index») mit dem Umwelt-Index EPI der Yale University: Die wirtschaftlich freiesten Länder haben die höchste Punktzahl im Umwelt-Index, die wirtschaftlich unfreiesten Länder haben die schlechteste Umwelt.

Auch hier gilt: Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung.

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