09. November 2021
Alles lesen
Ralf Schuler

Frauen für die Führungsriege: Union und SPD spielen ein entwürdigendes Spiel mit Menschen als Verrechnungsgrösse der Geschlechter

Früher wurden Frauen ignoriert, heute werden sie gefördert. Was von beidem entwürdigender ist, ist noch nicht ganz klar.

Beispiel SPD: Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) brauchte für den Mitgliederentscheid zum Parteivorsitz eine Partnerin, fand Klara Geywitz (45) aus Potsdam und schickte sie anschliessend dankend nach Brandenburg zurück: Gruss und Kuss, dein Olaf.

Beispiel Union: Seit Tagen suchen die männlichen Aspiranten für den Vorsitz nach Frauen fürs Top-Team. Die Faust-Formel: Mann an der Spitze, mehr Frauen auf der Hinterbank (Vorstand, Präsidium).

Ein Quantum Trost. Menschen als Verrechnungsgrösse der Geschlechter.

Und: Still sollen sie sein, nicht mit eigener Meinung stören, wie die profilierten Wirtschaftspolitikerinnen Jana Schimke (gegen Quoten) oder Gitta Connemann (Rückendeckung für die Landwirtschaft, statt Gängelung aus Brüssel). Interner Kommentar: Zu radikal. Eine Methode, die sich schon bei CDU-Urgestein Wolfgang Bosbach «bewährt» hat. Im Lande populär, von der Kanzlerin kaltgestellt.

Wo kommen wir auch hin, wenn Volkes Stimme wichtiger wäre, als das Mäntelchen im Winde des Vorgesetzten…

Ralf Schuler ist Leiter der Parlamentsredaktion von BILD.
91 0

1 Kommentar zu “Frauen für die Führungsriege: Union und SPD spielen ein entwürdigendes Spiel mit Menschen als Verrechnungsgrösse der Geschlechter”

  • gisela.freyzeit@gmx.de sagt:

    Die Frauenquote ist zweifellos eine entwürdigende Maßnahme.
    Die Tatsache, dass weniger Frauen - in welchen Ämtern und Führungspositionen auch immer - unterrepräsentiert sind, lässt sich vielleicht damit erklären, dass viele Fauen schlichtweg keine Lust auf diese Jobs haben (warum auch immer). Aber das dürfen Frauen ganz offensichtlich nicht selber entscheiden.

    10
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2022 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.