13. Oktober 2021
René Hildbrand

Faszination Vierbeiner: Viele Tierheime sind überfüllt. Warum? Weil Hunde und Katzen nach dem Lockdown nicht mehr gebraucht werden

In der Schweiz, Deutschland und Österreich dasselbe hässliche Bild: Viele Tierheime sind überfüllt, etliche am Anschlag.

Weil Vierbeiner nach den Lockdowns nicht mehr gebraucht werden. Also schiebt man sie ab. Manche werden sogar ausgesetzt. Lebendig entsorgt.

Es betrifft vor allem Hunde und Katzen. Mich faszinieren beide Arten. Hunde schauen zu den Menschen. Katzen blicken auf sie herab.

Vom sehen her kenne ich ein jüngeres Paar, das sich schon in den ersten Monaten der Corona-Krise einen Hund angeschafft hat. Im Tierheim fanden die beiden einen siebenjährigen, mittelgrossen Mischling. Er hat eine schwierige Vergangenheit. Ist aber dennoch ein Hund wie ein Herz auf vier Beinen. Nach Corona wurde er nicht mehr benötigt. Jetzt ist er wieder im Tierasyl. Wenigstens wurde er nicht ausgesetzt.

Im Homeoffice gab es ein verstärktes Bedürfnis nach Nähe. Inzwischen wurde wieder ins Büro zurückbeordert. Keine Zeit, kein Nutzen mehr für tierische Begleiter. Schnell weg mit ihnen. Zurück ins Heim.

Gerne wüsste ich, wie sich so abgestumpfte, verhaltensauffällige Menschen in ihrem sozialen Umfeld verhalten. Wie sie mit ihren Zeitgenossen umgehen.

Seitdem ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere (Arthur Schopenhauer). Ich bin Tieren sehr zugetan, habe aber keines.

Das Leben beginnt dann, wenn die Kinder ausgezogen sind. Und der Hund gestorben ist.

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