06. Oktober 2021
Nena Schink

Faszination alte weisse Männer: Warum ich mir vom feministischen Feindbild gerne die Welt erklären lasse

Mir ist es Beruf, Berufung und Vergnügen, weisse Männer über sechzig zu interviewen. Auch wenn ich sie lieber als alte, weise Männer bezeichne.

Ich werde nie begreifen, wieso zahlreiche Feministinnen sie in den letzten Jahren zunehmend zum Feindbild stilisiert haben.

Die deutsche Autorin Sophie Passmann schrieb gar einen Bestseller über dieses feministische Ärgernis.

Was die schrillen Frauenrechtlerinnen entsetzen dürfte: Meine spannendsten Gesprächspartner waren allesamt Männer, und allesamt in fortgeschrittenem Alter, ohne den Herrschaften zu nahe treten zu wollen.

Generell halte ich den Geschlechterkampf für überhitzt, und es fehlt mir in den Reihen meiner Generation an Demut: Demut vor Erfahrung. Demut vor Expertise. Demut vor dem Alter.

Übereifrige Feministinnen, die in der Gesellschaft Stempel verteilen, sind mir zu wieder, zu hysterisch.

Ich starte meinen Tag jetzt mit dem Podcast «Redezeit», wo die 32-Jährige Chefreporterin Franca Lehfeldt mit dem 80-Jährigen Kult-Journalisten Heiner Bremer das politische Geschehen diskutiert.

Prädikat: Hörenswert, weil – unter anderem – ein alter, weiser Mann dabei ist.

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3 Kommentare zu “Faszination alte weisse Männer: Warum ich mir vom feministischen Feindbild gerne die Welt erklären lasse”

  • CorinaSchwarzenburg sagt:

    Hallo Frau Schink,
    ich denke, Sie wollen sagen, dass Ihnen die Feministinnen zuwider sind, oder?

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  • onckel fritz sagt:

    Vielen Dank für die liebenswürdige Einschätzung. Die heutigen 60+ Männer waren 10-jährige Schuljungen, als die 68er und der Feminismus zu toben begannen, könnten also schon in die Kategorie „dressierter Mann“ nach Esther Vilar fallen 🙂 Zum Glück für sie und ihre Frauen waren sie aber von der „Generation Schneefllöckchen“ noch weit entfernt, und im „Arbeiter- und Mauern-Staat“, meinem Herkunftsland, gab es diese Wohlstandsprobleme des Feminismus‘ nicht.

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  • Der Michel sagt:

    Angesichts der orthografischen Fähigkeiten so mancher Zeitgenossen dürfte es schon beim Unterscheiden von "weißer" und "weiser" Mann schwierig werden...

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