25. Oktober 2021
Alles lesen
Alex Baur

Eine Harvard-Studie zeigt, dass eine hohe Impf-Quote die Verbreitung von Covid-19 nicht stoppt. Die Regierung stellt sich taubstumm

Harvard-Professor S.V. Subramanian und seine Kollegen haben sich mächtig ins Zeug gelegt.

Sie verglichen die offiziellen Covid-19-Ansteckungsraten von 68 Ländern und 2947 US-Bezirken mit den jeweiligen Impfquoten. Einziges Auswahlkriterium: Die Daten mussten vollständig sein und aus als zuverlässig geltenden Regionen stammen.

Das Resultat der kürzlich im «European Journals of Epidemiology» publizierten Fleissarbeit: Eine Korrelation zwischen Impfquote und Verbreitung des Virus ist nirgends erkennbar. Aus welchen Gründen auch immer.

Was sich in Israel schon lange abzeichnete, wird bestätigt: Die Corona-Impfung schützt potenziell Gefährdete – sprich über 50-jährige, massiv Übergewichtige und gesundheitlich Vorbelastete – zwar recht gut vor einem schweren Verlauf. Aber sie hindert in der Praxis das Virus nicht daran, sich zu verbreiten.

Eine nachhaltige Immunisierung – das anerkennen mittlerweile sogar der deutsche Corona-Papst Christian Drosten – erfolgt längerfristig nur über eine Ansteckung.

Man braucht keinen Doktortitel, um zu erkennen: Ungefährdeten eine Impfung aufzunötigen ist nicht nur sinnlos und illegal, sondern womöglich gar kontraproduktiv.

Und was sagt die Regierung dazu? Nichts. Statt sich auf die Gefährdeten zu konzentrieren, bolzt er auf Quote, ohne Rücksicht auf Kollateralschäden.

Warum er das tut, bleibt rätselhaft. Weil es einfacher ist? Weil es die Nachbarländer auch tun? Weil er zu feige ist, (etwa nach schwedischem Vorbild) einen eigenen Weg zu gehen? Weil er sich verrannt hat und den Gesichtsverlust fürchtet?

Über die Motive können wir nur spekulieren. Das Resultat bleibt immer dasselbe: Die Quotenbolzerei ergibt epidemiologisch keinen Sinn. Der Schaden ist grösser als der Nutzen.

102 2

2 Kommentare zu “Eine Harvard-Studie zeigt, dass eine hohe Impf-Quote die Verbreitung von Covid-19 nicht stoppt. Die Regierung stellt sich taubstumm”

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2022 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.