22. November 2021
Alles lesen
Rainer Zitelmann

Ein Klima-Aktivist verrät im Spiegel, dass er die «grüne RAF» kommen sieht. Er selbst sei für den Terror allerdings «zu alt»

Der Spiegel bringt ein Interview mit dem «Klimaaktivist» Tadzio Müller. Seine These: «Wer Klimaschutz verhindert, schafft die grüne RAF.»

Er selbst werde nicht in den Untergrund gehen, denn: «Ich bin viel zu alt.» Er würde auch niemandem dazu raten, denn «man weiss aus den Erfahrungen der RAF, dass der Untergrund einen kaputt macht».

Müller verteidigt ausdrücklich Gewalt: «Es geht längst um Notwehr. Notwehr ist die straffreie Verteidigung gegen einen Angriff, bei dem einem Angreifer Schaden zugefügt wird. Wenn jemand ein Gaskraftwerk sabotiert oder Autos zerstört, ist das mittlerweile Notwehr. Es ist legitim, Dinge kaputt zu machen.»

Der FDP-Politiker Oliver Luksic hatte 2020 in seinem Buch «Die Angstunternehmer» eindringlich vor einer solchen Entwicklung gewarnt – und war dafür kritisiert worden. Wohl zu Unrecht, wenn man liest, was der «Aktivist» im Spiegelprophezeit.

Schon die Begründung, warum Müller selbst nicht zu einer «grünen RAF» gehe, sind abenteuerlich: Er sei zu alt und der Untergrund mache einen kaputt.

Also das Argument ist nicht in erster Linie das Schicksal der terrorisierten Menschen, sondern, dass einen das Leben im Untergrund kaputt macht. Zudem ist Terror eher etwas für die Jugend: Der eine fühlt sich zu alt fürs Fitnesstudio, der andere zu alt für Mordtaten.

Die Spiegel-Interviewer widersprechen dem «Aktivist». Man kann ihnen dankbar sein für die Veröffentlichung dieses entlarvenden Interviews.

145 0

3 Kommentare zu “Ein Klima-Aktivist verrät im Spiegel, dass er die «grüne RAF» kommen sieht. Er selbst sei für den Terror allerdings «zu alt»”

  • onckel fritz sagt:

    Wer im normalen bürgerlichen Leben zu faul / unfähig ist, einem Beruf nachzugehen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, kann in Deutschland immer noch bei einer steueralimentierten Nichtregierungsorganisation als „Aktivist“ etwas werden.

    0
    0
  • Fischkopp sagt:

    Ich halte dieses Szenario auch für realistisch. Das Gedankengut der Klimaretter ist für diese Radikalisierung ebenso gut geeignet wie jenes der RAF. Auch ist die Klimaideologie noch ziemlich unverbraucht, was für die Ideologie des Kommunismus in den 70ern nicht mehr galt, die schon damals an der Realität gescheitert war. Solange die Politik selbst im Sinne des Klimas das Recht beugt, wird der Terrorismus ausbleiben. Sollte sich dies ändern (AfD in Regierungsverantwortung?) wird es losgehen.

    14
    0
  • AntonHofnarr sagt:

    An diesem Beispiel wieder sehr gut erkennbar, wie sich linke Ideologen anmaßen, ALLES zu tun, um ihre Zielsetzungen unter Einschluß sämtlicher illegaler Mittel zu erreichen. Bleibt nur zu hoffen, daß diese Terrorhorden eines Tages das physikalische Prinzip von Actio und Reactio erkennen (MÜSSEN).

    25
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.