21. Oktober 2021
Norbert Bolz

Ein Buch über Reden, die die Welt veränderten, vergleicht Greta Thunberg mit Martin Luther King. Wie kann man es wagen?

Auf dem Cover eines Buches über Reden, die die Welt veränderten, sind Martin Luther King und Greta Thunberg abgebildet.

Bei Martin Luther King denkt man natürlich sofort an die Rede, die der grosse Bürgerrechtler am 28. August 1963 vor über 250.000 Menschen in Washington hielt: I have a dream. Das war der Traum von der Überwindung des Rassismus, der Gleichheit von Weiss und Schwarz.

Diese Rede ist bis heute in Bedeutung und Rhetorik unüberboten.

Bei Greta Thunberg denkt man genauso automatisch an ihre Rede über den Klimawandel vom 23. September 2019 vor den Vereinten Nationen: How dare you, wie kannst du es wagen.

Vergleichbar? Nein.

Martin Luther King stand im politischen Kampf, galt als gefährlichster Feind des Establishments, hat Millionen Menschen aus der Seele gesprochen und am Ende als Opfer eines Attentats den höchsten Preis bezahlt.

Greta Thunberg dagegen ist die Ikone einer Protestbewegung, die in Butter schneidet. Sie klagt die Gesellschaft an – und wird dafür von der politisch-medialen Elite gelobt.

Ihre Kindlichkeit gilt als Echtheitsmerkmal. Aber sie ist längst zur Celebrity geworden, und ihre Auftritte waren wohl immer schon Marketing für die Klimaindustrie.

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3 Kommentare zu “Ein Buch über Reden, die die Welt veränderten, vergleicht Greta Thunberg mit Martin Luther King. Wie kann man es wagen?”

  • AntonHofnarr sagt:

    Es gibt Menschen. die wirklich etwas bewegt haben und denen man auf Grund ihrer Leistungen den entsprechenden Respekt zollt. Martin Luther King gehört meiner Meinung nach dazu. Gräte Thunfisch wohl eher nicht.

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  • Joerg Sulimma sagt:

    In unseren heutigen, so verqueren Zeiten könnte man dieses Bild in diesem Zusammenhang auch als rassistisch bezeichnen. Seht her, ein kleines weißes Mädchen steht noch minderjährig auf der gleichen Stufe wie der große schwarze Intellektuelle und Bürgerrechtler. Dass die Herausgeber eines solchen Buches das noch nicht einmal merken, lässt tief blicken. Außerdem, Martin Luther King wollte Trennung überwinden, Greta Thunberg und ihre Entourage fördert Trennung bewusst - hier klimagut, da klimaböse.

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  • Der Michel sagt:

    Lieber Herr Bolz, vergleichen kann man alles miteinander: Äpfel mit Autos, Klaviere mit Elfen, Planeten mit Psychologen - und eben Greta mit MLK (und Sie stellen diesen Vergleich ja auch an). Diese beiden Personen weisen dabei in etwa so viel Ähnlichkeit zueinander auf wie die anderen genannten Vergleichspaare. Der Vergleich zeigt m.E. einfach nur, *wie* sehr uns die Maßstäbe verrutscht sind - oder wie durchgeknallt unsere Gesellschft - bzw. die, die die Meinungen "setzen" - inzwischen ist/sind.

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