17. September 2021
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Alex Baur

«Ehe für alle» in der Schweiz: Wer bekäme in einer gleich-geschlechtlichen Ehe eigentlich die Witwen-Rente? Die Antwort wird Sie überraschen

Vor der AHV – der Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung – sind nicht alle Menschen gleich. Frauen werden früher pensioniert als Männer, obwohl sie länger leben.

Und sie erhalten, anders als die Männer, eine Witwen-Rente, selbst wenn sie keine Kinder mehr zu versorgen haben.

Seit Jahrzehnten gibt es Versuche, die Diskriminierung der Männer zu korrigieren. Aussichtslos.

Die «Ehe für alle» wird die Ungleichbehandlung noch verschärfen.

Kommt die Vorlage am 26. September durch – wonach es im Moment aussieht –, haben bei einer Lesben-Ehe beide Teile einen Anspruch auf eine Witwen-Rente.

Bei Schwulen-Paaren gehen beide leer aus.

Die Befürworter halten dem entgegen, das Problem liege nicht bei der «Ehe für alle», sondern bei der AHV. Die müsse halt angepasst werden.

Die Witwenrente werde der modernen Familie sowieso nicht mehr gerecht und solle durch eine Rente für minderjährige Waisen ersetzt werden.

Recht haben sie. Doch sie bauen auf eine Illusion.

Bislang scheiterten alle Reformversuche der AHV just am erbitterten Widerstand jener, die sonst am lautesten nach Gleichberechtigung rufen.

Und die Moral von der Geschichte: Alle sind gegen Diskriminierung – sofern diese nicht die eigenen Privilegien tangiert.

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