18. Oktober 2021
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Ralf Schuler

Deutschlandtag: Die Union braucht keinen Maulkorb-Erlass, sondern eine Debatte über Mut und die Grenzen des Mitläufertums

Jetzt ist es raus: Die Union hat die Bundestagswahl wegen der schlimmen «Durchstechereien» aus ihren Gremien verloren.

Kein Redner aus der CDU-Spitze auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Münster, der diese Legende nicht bediente. CDU-Chef Armin Laschet (60) verkündete gar ein Handy-Verbot.

Damit ist klar: Die Entscheidung für den falschen Kanzlerkandidaten wäre ein voller Erfolg geworden, wenn sie verschwiegen getroffen worden wäre. Auch die jetzt beklagte programmatische Konturlosigkeit der Union wäre nicht weiter aufgefallen, wenn alle Gremien-Gremlins dichtgehalten hätten.

Es steht zu befürchten, dass manche in der Union das tatsächlich selbst glauben.

In Wahrheit beklagen hier Funktionsträger, die durchweg alle (in Worten: ALLE) selbst am Durchstechen beteiligt waren, dass man ihnen bisher auf die Finger sah.

Vor allem aber braucht die Union keinen neuen Maulkorb-Erlass für den Neustart, sondern im Gegenteil eine Debatte über neuen Mut und die Grenzen des parteisoldatischen Mitläufertums, wenn Dinge in Partei und Land schieflaufen.

Eine nickende Kanzlerpartei als Wackeldackel des Regierungschefs braucht so schnell niemand wieder.

Ralf Schuler ist Leiter der Parlamentsredaktion von BILD.
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1 Kommentar zu “Deutschlandtag: Die Union braucht keinen Maulkorb-Erlass, sondern eine Debatte über Mut und die Grenzen des Mitläufertums”

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