06. Dezember 2021
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Wolfgang Koydl

Ehrenrettung der Bienen: Deutschland tobt, nachdem der TV Total-Moderator eine Frau als «scharfe Biene» bezeichnete

Jetzt geht’s der Biene ans Höschen, ausgerechnet, wo sie doch schon vom Aussterben bedroht ist.

Als Schimpfnamensgeberin sollte sie – anders als Schaf, Ziege oder Kuh – positiv besetzt sein, schliesslich versüsst sie unser Leben.

Doch kaum wird sie scharf, wird es heikel – wie Comedian Sebastian Pufpaff lernen musste: Launig fragte der TV Total-Moderator Gregor Gysi, wer wohl die «schärfste Biene im neuen Bundestag» sei. Der Alt-Linke verortete sie – vorbildhaft unparteiisch – bei der FDP.

Der Shitstorm folgte auf dem Fuss, losgetreten von der Chefin der Jungen Liberalen, die phänotypisch eher einer Hummel gleicht.

Pufpaff wand sich heraus, indem er als schärfste Biene FDP-Chef Lindner identifizierte. Was nicht stimmt, denn das ist Robert Habeck.

Aber wieso soll ein Bienenvergleich überhaupt «demütigend» für Frauen sein?

Bienen summen nicht nur herum, sie wissen sich auch zu wehren – was schon der Frauenversteher Muhammad Ali wusste. Er riet angehenden Boxern: «Schwebe wie ein Schmetterling, aber stich zu wie eine Biene.»

Das gilt besonders für scharfe Bienen.

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1 Kommentar zu “Ehrenrettung der Bienen: Deutschland tobt, nachdem der TV Total-Moderator eine Frau als «scharfe Biene» bezeichnete”

  • AntonHofnarr sagt:

    Sind solche Beispiele Synonyme der "Dekadenz des Westens", wie sie vom Ostblock zu Zeiten des eisernen Vorhangs propagiert wurden? Anstatt wichtige und ernsthafte politische Probleme anzupacken, begibt man sich auf unwichtigstes Terrain, das die große Allgemeinheit in etwa so stark interessieren dürfte wie der berühmte Sack Reis in China.

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