19. November 2021
René Hildbrand

Dresden tauft Kunstwerke grosser Maler um – weil sie angeblich diskriminierende Titel haben. Die spinnen, die Deutschen!

Früher, als uns die Nachrichten auf der Redaktion noch per Telex erreichten, gab es auf dem Schreibtisch eine kleine Beige mit sogenannten Fait divers – Meldungen über nebensächliche Ereignisse.

Die allermeisten davon erreichten uns aus Amerika. «Typisch Amerigaga» hatte ein Kollege von der Nachrichtenredaktion jeweils schmunzelnd gesagt, während er die verrückten Meldungen las.

Heute sind es vor allem bizzarre Infos aus Deutschland, über die wir uns wundern. Lustig sind sie selten.

Beispiele gefällig? In einer Tiefgarage in Hanau sind diesen Herbst Vielfalt-Parkplätze entstanden. Reserviert für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender.

Hund oder Hund:in? Wer in der Stadt Neuenrade (NRW) seinen Vierbeiner zur Hundesteuer anmeldet, kann im Portal bei der Geschlechtsangabe nicht nur zwischen weiblich und männlich auswählen, sondern auch für «divers».

In Dresden befinden sich Kunstwerke, die wegen angeblich rassistischen oder diskriminierenden Bezeichnungen neue Namen bekommen haben.

Das Gemälde «Hund, Zwerg und Knabe» des flämischen Malers Jan Fyt wurde in «Hund, kleinwüchsiger Mann und Junge» unbenannt. «Die Zigeunerin» wurde zur «Frau mit Kopftuch», «Indische Eingeborene mit Haustieren» zu «Menschen mit Haustieren».

Schon vor der Premiere des «Aladin»-Musicals in Stuttgart gab es massive Kritik. Grund: Die weisse Haut des Hauptdarstellers wird für die Rolle ein bisschen dunkler geschminkt.

In den Augen von Aktivisten ist das ein Fall von Rassismus, sogenanntes Black facing.

Ein Bayer ist in der Umkleidekabine eines Warenhauses eingeschlafen. Passanten entdeckten den Mann nachts winkend in einem Schaufenster. In Duisburg hat ein 70-Jähriger einen Verkehrsunfall verursacht.

Der Mann hatte eine 34-jährige Begleiterin im Auto. Die Frau räumte vor der Polizei ein, dass sie während der Fahrt auf dem Schoss des Fahrers sass und dass man Sex hatte.

Das Lenken, Schalten und Treten der Pedale haben sich die beiden geteilt.

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6 Kommentare zu “Dresden tauft Kunstwerke grosser Maler um – weil sie angeblich diskriminierende Titel haben. Die spinnen, die Deutschen!”

  • onckel fritz sagt:

    Don‘t f... and drive! 😂

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  • Alt-Badener sagt:

    Und noch eine Anmerkung. Wie ich dieser Tage mal lesen konnte, gibt es in Polen bei Diskussionen das geflügelte Wort: "Du bist dumm wie ein Deutscher". Rings um uns herum wissen alle, wie blöde wir Deutschen geworden sind. Nur die übergroße Mehrheit von uns Deutschen hat das noch nicht bemerkt . . .

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  • Alt-Badener sagt:

    Dass ich schon sehr lange nicht mehr in einem normalen Land, sondern in einem Irrenhaus lebe, leider auch leben muss, ist traurige Realität, aber leider nicht mehr zu ändern. Glücklich bin ich darüber, dass mein jüngster Sohn zeitig schon während seiner Studienzeit den um sich greifenden Irrsinn erkannte und in die Schweiz auswanderte. Er ist mit einer Schweizerin glücklich verheiratet, das Enkelkind genießt eine hervorragende Schulbildung und er ist schon einige Jahre Schweizer Staatsbürger!

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  • AntonHofnarr sagt:

    Ich frage mich schon geraume Zeit, wie lange sich der Name der Johann Strauss (Sohn)-Operette "Der Zigeunerbaron" noch wird halten können.

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  • Pierre sagt:

    "Die spinnen, die Deutschen" ist eindeutig eine Verharmlosung des um sich greifenden sogenannten Zeitgeistes. Ich würde es schärfer ausdrücken, aber das darf man hier sicherlich nicht.
    An die Umbenennung des "Führer"scheines und an die Verkehrsregel "Rechts vor Links" geht man immer noch nicht heran. Ich bin gespannt, wann das kommt.

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