19. November 2021
Harald Martenstein

Drei Ratschläge, damit sich die CDU neu erfinden kann

Die CDU muss sich neu erfinden. Diesen Satz liest oder hört man jetzt häufig in deutschen Medien.

Wie bitte?

Die CDU ist doch erst vor ein paar Jahren neu erfunden worden, von Angela Merkel als unauffälliges Beiboot der SPD und der Grünen.

Wenn diese Partei wieder erfolgreicher werden will, muss sie, erstens, wieder angreifen statt sich nur kleinlaut zu verteidigen. Sie sollte, wie in ihren besten Zeiten, als die offensive Partei der Familien, der Steuerzahler, des Mittelstands und der Wirtschaft auftreten. Ohne international konkurrenzfähige Wirtschaft gibt es keinen Sozialstaat.

Die CDU sollte zweitens keine Angst vor Diffamierungen aus der dauerempörten Twitter-Blase haben. Ihre Gegner werden bei jeder Abweichung vom linken Gesellschaftsmodell versuchen, sie als eine Art AfD-light darzustellen, egal, was die CDU tut. Klare Abgrenzung nach rechtsaussen ist wichtig. Aber zwei plus zwei bleibt vier, auch wenn die AfD das Gleiche herausfindet.

Drittens braucht die CDU wieder populäres Spitzenpersonal, ein paar Zirkuspferde statt Partei-Apparatschik wie Helge Braun oder Norbert Röttgen.

Bei der Kandidatenauswahl ist Populismus unverzichtbar, die Grünen können ein Lied davon singen.

106 0

3 Kommentare zu “Drei Ratschläge, damit sich die CDU neu erfinden kann”

  • Janosh sagt:

    Wann begreift ihr endlich - die AfD ist nicht RECHTSAUSSEN!!!! Die AfD ist die einzige ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND!

    0
    0
  • Fischkopp sagt:

    Hinzu kommt der wichtige Fakt, dass alle maßgeblichen politischen Entscheidungen, welche uns in den nächsten Jahren auf die Füße fallen, von der CDU verantwortet wurden. Der CDU wird es auch mit der kunstvollsten rhetorischen Verbiegung nicht gelingen, dies vor den Bürgern schönzureden. Irgendwann sind selbst die Deutschen bereit eine „Alternative“ zu wählen. Ich denke, dass das Parteiensystem in 20 Jahren ähnlich ausdifferenziert sein wird, wie in der Schweiz, mit der AfD als stärkste Partei.

    6
    0
  • Fischkopp sagt:

    Widerspruh! Die CDU wird den historischen Fehler, die rechte Flanke zu öffnen, nie wieder „ausmerzen“ können - auch nicht mit Merz. Der Zwei-Fronten-Krieg, in den sie sich begeben hat, ist nicht zu gewinnen; dafür ist die AfD mittlerweile zu etabliert und professionell und die Gegenwehr aus der politischen Linken gegen alles Konservative zu erbittert. Wenn die CDU durch ihre „Neuerfindung“ zwangsläufig dafür sorgt, immer mehr AfD-Forderungen salonfähig zu machen, wird das ebenso die AfD stärken.

    9
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.