29. Oktober 2021
Christian Wasserfallen

Die wichtigste Diskussionssendung am Schweizer Fernsehen lädt nur Frauen zur Gleichstellungs-Debatte. Das ist ein Rückschritt. Moderne Frauen wollen auf Augenhöhe mit Männern diskutieren

Stets wird gefordert, dass alle Themen rund um die Gleichstellung der Geschlechter auf Augenhöhe zu führen seien.

In der «Arena» von SRF wird bewusst darauf verzichtet: Im Jahr 2021 will man Themen wie Frauen in Spitzen-Positionen, Quoten, Kinder-Betreuung sowie Gender-Budgeting tatsächlich nur mit Frauen diskutieren.

Statt einer Diskussion auf Augenhöhe werden die Teilnehmerinnen in die Leere blicken.

Männer sind unerwünscht.

Diese gewollte Trennung der Geschlechter und die damit verbundene Zementierung der Rollenbilder, welche diese Sendung offensichtlich bezweckt, wird den selbstbewussten Frauen von heute nicht im Ansatz gerecht.

Die gezielte Bewirtschaftung der weiblichen Opferrolle ist ein bedauernswerter Rückschritt, inszeniert vom Schweizer Farbfernsehen.

Gerade wenn es um Lohnverhandlungen, Finanzen, Ausbildung, Karriere und so weiter geht, sind nur gemeinsame Diskussionen fruchtbar. Moderne Frauen wollen echt auf Augenhöhe mit Männern zusammenarbeiten, diskutieren, verhandeln und sich nicht abkapseln.

Das trägt Früchte: Erst kürzlich ergab die staatliche Lohnanalyse, dass 97 Prozent der Unternehmen das Gleichstellungsgesetz einhalten. Bei 120.000 untersuchten Personaldaten lag der nicht erklärbare Lohnunterschied also fast überall unter 5 Prozent.

Über den SRF-Mega-Fail, die Gleichstellungsdiskussion so zu führen, kann man nur den Kopf schütteln. Dass die Linke applaudiert und die konstruierte Opferrolle der Frauen politisch ausschlachten will, ist bedenklich und rückständig zugleich.

Offensichtlich begegnet man sich in diesen Kreisen noch immer nicht auf Augenhöhe.

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2 Kommentare zu “Die wichtigste Diskussionssendung am Schweizer Fernsehen lädt nur Frauen zur Gleichstellungs-Debatte. Das ist ein Rückschritt. Moderne Frauen wollen auf Augenhöhe mit Männern diskutieren”

  • Joerg Sulimma sagt:

    Interessant! Ich - ein Mann, zumindest fühle ich mich auch in diesen modernen Zeiten noch so - habe bei uns zuhause aus verschiedenen Gründen lange Zeit die Kinderbetreuung übernommen. Und das sehr gern! Darüber darf ich also nicht diskutieren, obwohl ich mir einbilde, mittlerweile doch ein wenig davon zu verstehen. Darf ich mich jetzt auch als Opfer fühlen? Oder kommt dieser Fall im gendergerechten Weltbild des SRF nicht vor? Und wer diskutiert mit den Frauen, Sandra Brotz?

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  • gisela.freyzeit@gmx.de sagt:

    Wunderbar! Ich war in den sechziger Jahren auf einer Mädchenschule, das gab es damals in Deutschland. Also, auf zurück in die Sechziger! Ein halbes Jahrhundert (mehr als das) vom Tisch gewischt. Das sind fortschrittliche Entwicklungen!

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