13. Dezember 2021
Thomas Renggli

Die Welt wird immer absurder. Nun sind Hund und Katz am Klimawandel schuld und dürfen nur noch Tofu und Soja essen

Die Fakten lassen keinen Raum für Missverständnisse: Ein 15 Kilogramm schwerer Hund ist für einen CO2-Ausstoss von 630 Kilogramm pro Jahr verantwortlich. Professor Matthias Finkbeiner, Spezialist für Ökobilanzen an der Technischen Universität Berlin, sagt: «Wenn man davon ausgeht, dass der Weltklimarat den jährlichen CO2-Verbrauch einer Person bei zwei Tonnen limitiert, verbraucht ein Hund fast einen Drittel davon.»

Gemäss dem Wissenschaftler geht der Hauptteil der Umweltbelastung durch den Hund auf den Fleischverzehr zurück. Dazu kommen kleinere Posten wie die Autofahrt bis zum Spazier-gang oder die gefüllte Hundekottüte, die verbrannt werden müssen.

Niels Jungbluth, der ein eigenes Ökobilanzierungsbüro in der Schweiz führt, bestätigt diese Zahlen. Und er weist auch auf die zerstörerische Wirkung von Katzen hin. Die Stubentiger verursachen pro Jahr rund 400 Kilogramm CO2-Ausstoss.

Mit anderen Worten: Auf die ganze Schweiz hoch-gerechnet, machen die Umwelteinwirkungen unserer knapp 2,3 Millionen Hunden und Katzen gut ein Prozent der CO2-Belastung aus. Das scheint wenig.

Jungbluth aber hält fest: «Es ist immerhin etwa gleich viel, wie wir mit den vielen Verpackungsabfällen aus Plastik verursachen.»

Glücklicherweise kennen die Fachleute die Lösung» Unsere Hunde müssen zu Vegetariern und Veganern umerzogen werden. Ab sofort heisst es also: Nur noch Soja und Tofu für Fifi und Bello. Die Katzen allerdings machen da nicht mit. Denn, wer gerne Mäuse fängt und Vögel vom Himmel holt, lässt sich kaum mit Körnchen-Nahrung abspeisen.

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3 Kommentare zu “Die Welt wird immer absurder. Nun sind Hund und Katz am Klimawandel schuld und dürfen nur noch Tofu und Soja essen”

  • m3b sagt:

    Es versteht sich ja aus Gerechtigkeitsgründen von selbst, dass der CO2 Betrag des Hundes auf das Budget des Halters angerechnet wird. Die dann zur Verfügung stehenden, na sagen wir für den Anfang mal 5000kg reduzieren sich um die 630kg für die Hundehaltung. Da wirds im November bei ausgeschöpftem Budget dann interessant, den Hund füttern oder Heizen? Aber sicher haben die Kinder dann Verständnis, wenn es heißt: Hund oder Smartphone? Und so schlimm ist der Einkauf mit dem Lastenrad auch nicht 🙂

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  • AntonHofnarr sagt:

    Auch auf die Gefahr hin, mich (als vermeintlicher Menschenfeind, der ich nicht bin) unbeliebt zu machen: sind es nicht viel zu viele Menschen (ca. 7,7 Milliarden), denen man die Hauptschuld - nicht für alles, so jedoch das meiste - für diese Probleme anheften muß? Geburtenkontrolle wäre das Zauberwort, welches in den Mittelpunkt weiterer Überlegungen zur Problemlösung gestellt werden müßte.

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  • Joerg Sulimma sagt:

    Ich habe irgendwo gelesen, daß finnische Ökobilanz-Spezialist*innen jetzt den Weihnachtsmann aufgefordert haben, statt seiner Rentiere einen fliegenden Elektroschlitten einzusetzen. Der CO2-Ausstoß der Rentiere in den Weihnachtswochen sei exorbitant hoch, da sie für die anstrengende Fliegerei ein Spezialfutter bekämen. Die Gewerkschaft der Rentiere hat dem vehement widersprochen. Man habe nach der letzten Zertifizierung gar Rudolf eine grüne Nase für besonders CO2-sparendes Verhalt verliehen!

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