05. Oktober 2021
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Rolf Hürzeler

Vermögens-Optimierung: Die Veröffentlichung der sogenannten Pandora Papers enthüllt vor allem etwas: viel Scheinheiligkeit

Ein geheimes Schlösschen für den tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis in Südfrankreich; der jordanische König Abdullah II. hat sich finanziell gut abgesichert; Claudia Schiffer optimiert ihre Steuern. 

All das ist unschön, moralisch vielleicht verwerflich – aber ist es überraschend? 

Wohl niemand hat den tschechischen Ministerpräsidenten für einen Tugendbold gehalten. Und dass der jordanische König sein Geld nicht auf der lokalen Sparkasse vorbeibringt, ist zwar schade, haut aber niemanden aus den Socken. 

Die Schönen wie Claudia Schiffer und die Reichen wie der Inder Anil Ambani optimieren ihre Vermögen in Offshore-Geschäften heute genauso wie gestern. 

Dabei helfen ihnen zum Teil Schweizer Anwälte und Vermögensverwalter, denn wer schon findet sich in den steuerlichen Belangen der Britischen Jungferninseln zurecht? 

Es ist nun mal der Job dieser Finanzleute, Vermögen zu optimieren, ohne die Gesetze zu verletzen. Genau dafür werden sie bezahlt, für was denn sonst? 

Kurz: Die Recherche, die hinter den Pandora-Papers steckt, verdient Anerkennung. Der Erkenntnisgewinn bleibt indes bescheiden – die Empörung ist scheinheilig.

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