24. November 2021
Reinhard Mohr

Lösungen à la Taliban: Während der Westen über Gender und Queer-Feminismus diskutiert, verbannen sie in Afghanistan Frauen aus dem TV

Während in Europa und Amerika endlos über Gender-Sprache, Transphobie und Queer-Feminismus diskutiert wird, machen die Taliban Nägel mit Köpfen und setzen angesichts der desaströsen Wirtschaftslage klare Prioritäten: In Afghanistan dürfen TV-Sender ab sofort keine Filme oder Serien mehr zeigen, in denen Frauen eine Rolle spielen.

So lautet die Anweisung des «Ministeriums für die Förderung der Tugend und Verhütung des Lasters», dessen Name ausdrücklich nicht von Loriot stammt.

Skandalöse Filmszenen, in denen Frauen ihre Ehepartner selbst wählen durften, gehören damit der Vergangenheit an.

Mit einem Schlag gelöst sind auch die quälenden Probleme der westlichen Welt: Ab wann kann sich ein «Transmann» zur Frau erklären? Sind in der Berufsbezeichnung «Schornsteinfegende» auch «non-binäre Personen» inkludiert, die ein akutes Höhentrauma haben? Gibt es unter der schwarzen Burka womöglich schwer bewaffnete «Islamist*innen», queer-feministisch und Transgender, wie das ZDF mutmasste?

Radio Kabul, das einen Kooperationsvertrag mit Radio Eriwan abgeschlossen hat, antwortet mit Bertolt Brecht: «Denn die einen sind im Dunkeln, und die anderen sind im Licht. Und man sieht nur die im Lichte. Die im Dunkeln sieht man nicht.»

85 1

3 Kommentare zu “Lösungen à la Taliban: Während der Westen über Gender und Queer-Feminismus diskutiert, verbannen sie in Afghanistan Frauen aus dem TV”

  • Der Michel sagt:

    Welcher Anteil der 600 Mio €, die Michels an die Taloban überweisen, fließt gleich nochmal in die afghanische Filmförderung?

    16
    0
    • Propagandastaatsfunk sagt:

      @Der Michel, Sie machen ihrem Namen alle Ehre, von den Millionen wurden Brunnen und Schulen gebaut und grünlinke Aufklärungsfilme gedreht, was sind Sie für ein Skeptiker.

      6
      1
      • Der Michel sagt:

        Ich weiß es eben nicht besser... ein Michel halt, nomen est omen. Aber jut det Se mir uffjeklärt ham! - Bloß das "grünlinks" müssten Sie noch ein bisschen mehr verbrämen, das war denn doch zu auffällig... Und ich bitte Sie: "Skeptiker"? Echt jetzt? Was Besseres fällt Ihnen nicht ein? Dabei blühen die Vokabeln in dieser Hinsicht nur so auf in dieser Zeit!

        5
        0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.