17. September 2021
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Wolfgang Koydl

Traurig, aber wahr: Mehr als die Hälfte der deutschen Wähler traut keinem der Kanzler-Kandidaten zu, dass er ihre Probleme löst

Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient, sagt man.

Doch was, wenn man eine gute Regierung gar nicht wählen kann, weil das Angebot an Personen und Positionen zu schlecht ist?

Die Rede ist nicht von Haiti oder Somalia. Die Rede ist von Deutschland.

Umfragen belegen: Nie klafften politisches Angebot und Wähler-Nachfrage so weit auseinander.

Oder wie ist es zu verstehen, wenn 63 Prozent der Befragten von keinem einzigen Spitzenkandidaten überzeugt sind? Wenn 53 Prozent erklären, dann halt das kleinere Übel wählen zu müssen?

Übel hin oder her, immerhin wissen die, wen sie wählen. Bei 41 Prozent ist das eine Woche vor dem Wahltag immer noch nicht klar. Die Qual der Wahl kann es nicht sein, eher der horror vacui, die Angst vor der politischen Leere.

Wenn schon die Kandidaten nichts taugen, wie steht es um die Parteien?

Noch schlechter.

Nur 14 Prozent trauen es der Union zu, Probleme zu lösen, 13 Prozent der SPD.

«Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit», fordert das Grundgesetz.

Läuft ja bestens.

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