19. November 2021
Rolf Hürzeler

George Clooney kritisiert den Todesschuss von US-Schauspieler Alec Baldwin auf dem Filmset. Aber die Medien kuscheln weiter

Alec Baldwin liebt Barack Obama und hasst Donald Trump, er liebt die Natur und spendet Geld für sie. Der Schauspieler erhielt sogar einen Preis, weil er in der Simpsons-Episode «Es lebe die Seekuh!» seine Stimme den Tierschützern geliehen hatte.

All das mögen die Medien sehr, und so konnte Baldwin auf Nachsicht zählen, nachdem er auf einem Filmset eine Kamerafrau versehentlich erschossen hatte.

Mehr noch, der Mann wurde zum tragischen Helden stilisiert.

Doch jetzt scheint sich das Blatt zu wenden: Zwei Mitglieder der Film-Crew reichten Klage gegen Baldwin ein, weil er seine Sorgfaltspflichten verletzt habe, nachdem ihm die geladene Pistole in die Hand gegeben wurde.

Exakt diese Nachlässigkeit ist auch Baldwins Berufskollege George Clooney aufgestossen. Clooney, wiewohl ein Freund im Geiste von Baldwin, kann dessen Verhalten nicht verstehen: «Jedes einzelne Mal, wenn mir am Set eine Waffe übergeben wird, schaue ich sie an, öffne sie, zeige sie der Person, auf die ich zielen soll, und zeige sie der Crew», sagte Clooney dem amerikanischen Podcaster Marc Maron.

Immerhin: Baldwin bekommt dank der beiden Klagen voraussichtlich Gelegenheit, sich vor Gericht zu erklären, warum er mit einer Pistole auf eine Frau geschossen hatte, ohne die Patronen vorgängig zu kontrollieren.

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1 Kommentar zu “George Clooney kritisiert den Todesschuss von US-Schauspieler Alec Baldwin auf dem Filmset. Aber die Medien kuscheln weiter”

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