20. September 2021
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Matthias Rüb

Die EU will, dass alle 27 Staaten die gleichgeschlechtliche Ehe anerkennen. Das spaltet den Kontinent statt ihn zu einen

Das EU-Parlament hat in der vergangenen Woche eine Entschliessung verabschiedet, wonach in allen 27 Staaten der Union gleichgeschlechtliche Ehen anerkannt werden müssen.

Die meisten der 387 Ja-Stimmen kamen von Sozialdemokraten, Grünen und Liberalen. 

Für 284 Gegenstimmen und Enthaltungen sorgten Konservative und Nationalisten.

Wichtiges Detail: Die rumänischen Sozialdemokraten stimmten fast geschlossen gegen die Resolution.

Neben Rumänien werden in der Entschliessung Ungarn und Polen ausdrücklich wegen der «schwerwiegenden Verletzung der grundlegenden Werte der EU» gebrandmarkt.

Dass in diesen drei Ländern demokratisch legitimierte nationale Volksvertretungen in der Frage der Homosexuellen-Ehe anders entschieden haben, kümmert die linke Mehrheit in Strassburg nicht.

In der EU haben viele Länder die Gemeinschaftswährung Euro, andere nicht. Viele nutzen die Atomkraft, andere nicht. Divers darf die EU in der Geld- und in der Energiepolitik sein, in der Frage der Homosexuellen-Ehe aber nicht.

Nicht mehr, muss man sagen: Während die Holländer die gleichgeschlechtliche Ehe schon 2000 vollständig anerkannten, zogen Franzosen und Deutsche erst 2013 beziehungsweise 2017 nach.

Jetzt aber sollen Mittel- und Osteuropäer in dieser Frage im Gleichschritt marschieren, nach dem Kommando der Mehrheit in Strassburg. 

Das spaltet den Kontinent statt ihn zu einen.

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