29. Oktober 2021
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Henryk M. Broder

SPD-Vorsitzende Saskia Esken will die ganze Welt verbessern. Sie selber finanziert sich dadurch ein gutes Leben

Zum Abschluss eines Interviews, in dem es um die Chancen einer Ampel-Koalition ging, wurde die Co-Vorsitzende der SPD, Saskia Esken, von zwei taz-Reportern gefragt, ob sie in der zu bildenden Regierung «Ministerin werden» möchte.

Sie antwortete: «Ich bin in die Politik gegangen, um die Welt jeden Tag ein kleines bisschen besser zu machen. Das tue ich an dem Platz, wo es am besten geht.»

Ins Alltagsdeutsch übersetzt, hiess das: «Ich halte mir alle Optionen offen. Fragen Sie mich noch einmal, wenn es so weit ist.»

Vor weniger als vier Jahren hat Eskens Parteifreund Heiko Maas anlässlich seiner Amtseinführung als Aussenminister erklärt, er sei «wegen Auschwitz in die Politik» gegangen.

Man muss ihm zugutehalten, dass er es geschafft hat, eine Wiederinbetriebnahme des deutschen Konzentrationslagers auf polnischem Boden zu verhindern. Bei der Rettung der deutschen Ortskräfte in Afghanistan war er dagegen weniger erfolgreich: Noch immer warten Tausende darauf, ausgeflogen zu werden, derweil die Bundesregierung den Taliban 600 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Landes in Aussicht gestellt hat.

Jeder kann etwas tun, um die Welt jeden Tag ein kleines bisschen besser zu machen, man/frau muss es nur wollen.

Zurück zu Saskia Esken: Laut ihrer Homepage verfügt sie über monatliche Einkünfte von etwa 24.000 Euro. Allein die «Abgeordnetenentschädigung» macht 10.000 Euro aus, die «steuerfreie Kostenpauschale» 4.500 Euro, als «Parteivorsitzende der SPD» kassiert sie eine «monatliche Aufwandsentschädigung» von 9.000 Euro.

Hinzu kommen kleinere Beträge wie ein «Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung» über 368 Euro monatlich oder eine «Bürokostenpauschale» von 12.000 Euro jährlich oder 1.000 Euro monatlich.

Von diesem «Familieneinkommen» bestreiten Frau und Herr Esken ihren Lebensunterhalt und auch den «Lebensunterhalt und Ausbildung unserer drei Kinder», die offenbar noch zu jung sind, um für sich selbst zu sorgen.

So kann man (und Frau) die Welt jeden Tag ein kleines bisschen besser machen.

Auch als berufstätige Hausfrau und Mutter am Rande des Existenzminimums.

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5 Kommentare zu “SPD-Vorsitzende Saskia Esken will die ganze Welt verbessern. Sie selber finanziert sich dadurch ein gutes Leben”

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