04. November 2021
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Claudio Zanetti

Deutschland habe «eine historische Schuld zu begleichen», findet Greta. Entzaubert sich hier das schwedische Klima-Maskottchen gerade selbst?

Es ist das Vorrecht der Jugend, ungestüm und fordernd zu sein. Das gehört zum ständigen Kommen und Gehen der Generationen. Umgekehrt lesen sich ja selbst jahrtausendealte Klagen über die «Jugend von heute» als wären sie der Leserbriefspalte einer aktuellen Tageszeitung entnommen.

Für eine Auseinandersetzung in der Sache braucht es etwas Gelassenheit und vor allem Argumente. Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg hat weder das eine noch das andere vorzuweisen.

Ihre Verbitterung machte sie zu ihrem Markenzeichen: Gestandenen Staats- und Regierungschefs schleudert sie ein hasserfülltes «How dare you?» oder ein «Blablabla!» entgegen oder sie stört deren Ausführungen mit Gesang in derber Fäkalsprache und demonstriert Desinteresse. Ein kluger Satz, der zu einem Teenager passen würde, ist von ihr nicht überliefert.

Nun griff die blauäugige Greta mit den blonden Zöpfen sekundiert von ihrer deutschen Busenfreundin Luisa Neubauer auch noch zur Nazi-Keule: Deutschland, dessen CO2-Ausstoss knapp 2,5 Prozent der globalen Emissionen ausmacht, sei ein «grosser Akteur», und es habe «eine grosse Verantwortung und eine historische Schuld zu begleichen».

Das ist infam! Das ist nicht mehr mit jugendlichem Übermut zu entschuldigen! Schlimmer ist nur noch das Schweigen Neubauers und die Lethargie der Medien.

Dass das Maskottchen Greta, das in der Schule vor allem durch Abwesenheit glänzte, keine Ahnung von historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen hat, überrascht nicht. Sobald sie nicht abspulen kann, was sie zuvor mit PR-Profis einstudierte, ist sie verloren. Ja, als Anführerin von Fridays-for-Future erkennt sie nicht einmal den offen zelebrierten Antisemitismus in den eigenen Reihen. Und sie realisiert nicht, dass Auftritte in Antifa-T-Shirts wenig mit dem Klima, aber viel mit Gewalt und Klassenkampf zu tun haben.

Es ist Zeit, sie daran zu erinnern, dass sie mittlerweile volljährig ist, und dass damit eine gewisse Verantwortung einhergeht. Nicht immer wird sie hüpfende Jugendliche und willfährige Journalisten um sich haben. Irgendwann ist auch Sozialkompetenz gefragt.

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3 Kommentare zu “Deutschland habe «eine historische Schuld zu begleichen», findet Greta. Entzaubert sich hier das schwedische Klima-Maskottchen gerade selbst?”

  • Waldi Wick sagt:

    Wenn (Quelle Wikipedia) "sie nicht abspulen kann, was sie zuvor mit PR-Profis einstudierte, ist sie verloren." Greta (Quelle Wikipedia) "entwickelte Depressionen, mit 12 Jahren wurde bei ihr das Asperger-Syndrom diagnostiziert." Sonst noch Erklärungen nötig?? Die bewiesenermassen kranke Geta wird von vielen Seiten aus zu Marketing-Zwecken missbraucht; und die "Eltern" kassieren frohen Mutes. Punkt. Ende. Basta.

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  • Arnold Ganz sagt:

    Frage an die WW-Redaktion: Macht es einen Unterschied, wenn man einen Beitrag zum gleichen Kommentar von Claudio Zanetti unter Weltwoche Daily Deutschland schreibt, statt unter der Schweizer-Version? Wenn Ja, warum? freundliche Grüsse. Arnold Ganz

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  • Arnold Ganz sagt:

    Wenn das Strohfeuerchen der Klima-Aktivisten nicht mehr so recht leuchten will, weil das leere Stroh langsam ausgeht und die Argumente noch immer nicht zu überzeugen vermögen, greift man in die Trickkiste der Esoterik. In einer Art Kinderbibel wird den Ungläubigen mit drastischen Bildern der bevorstehende Weltuntergang angedroht. Wer zurückschaut und die zahlreichen Fehlprognosen in der Vergangenheit ins Feld führen möchte, erstarrt augenblicklich zur leblosen Salzsäule! Ein grauenhaftes Ende!

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