20. Dezember 2021
Alles lesen
Thomas Fasbender

Deutschland geht gegen Telegram vor. Bereits Russland hat versucht, den Chat-Dienst zu kontrollieren – vergeblich

Zwei russischstämmige Medienprodukte halten Deutschland in Atem: der Messenger-Dienst Telegram und der TV-Sender Russia Today Deutschland.

CSU-Chef Markus Söder bezeichnet Telegram als «einen der zentralen Transportwege für Hass und Hetze im Netz». Und dass der deutschsprachige RT-Ableger jetzt ein lineares TV-Programm ins Internet einspeist, bringt das Establishment auf die Palme.

«Putin-Propaganda sendet seit heute auf Deutsch», titelte die Bild-Zeitung binnen weniger Stunden.

Ebenso rasch war der eigens gegründete YouTube-Kanal wieder gelöscht: Publicity für den Sender, der genau weiss, mit welcher Inbrunst man die russischen Narrative bekämpft.

Im Fall von Telegram geht es um die Furcht vor Kontrollverlust. Telegram bietet abgeschottete Geheim-Chats und weitgehende Anonymisierung; anders als bei der Konkurrenz haben westliche Geheimdienste keinen Zugriff.

Auch Russland hat vergeblich versucht, den Dienst zu kontrollieren.

Jetzt sind die deutschen Behörden dabei, Telegram einzuhegen. Auch gegen das TV-Programm von RT gehen die Mächtigen vor.

In beiden Fällen steht dahinter die Angst vor Teilen der eigenen Bevölkerung. Auf Telegram spielen die Querdenker mit dem Staat Katz und Maus, und RT DE ist als Quelle alternativer Informationen beliebt.

77 1

6 Kommentare zu “Deutschland geht gegen Telegram vor. Bereits Russland hat versucht, den Chat-Dienst zu kontrollieren – vergeblich”

  • AntonHofnarr sagt:

    Habe mich gerade auf "https://de.rt.com/" ein wenig umgesehen. Gerade, weil es hier doch abweichend vom monotonen BRD-Einheits-Mainstream abgeht, finde ich sie interessant und werde sie sicherlich noch öfter aufsuchen.

    10
    0
    • Resistencia sagt:

      Wie weit Deutschland politisch und gerade medial verkommen ist, zeigt sich am besten, dass man mittlerweile dem russischen Staatsfernsehen mehr trauen kann wie den einheimischen Medien. Das ist der absolute Offenbarungseid in Objektivität, Ehrlichkeit und Berufsethos.

      6
      0
  • SchauinsLand sagt:

    Haben wir keine Lehren daraus gezogen, was Menschen bewegte 1989. Diese Menschen haben alles aufgegeben, um in einem Land zu leben, wo sie nicht bevormundet werden. Mein Bruder saß in der Botschaft in Prag. Ich war in Ungarn. Der Trabant wurde stehen gelassen. Es gibt Dinge im Leben, die mehr Wert haben, als eine Pappe. Gott sei Dank sind wir noch nicht im Faschismus angekommen. Die große Frau Europa muß eine friedliche Politik der verschiedenen Meinungen zulassen.

    38
    0
    • Resistencia sagt:

      Wir sind am Faschismus näher dran wie Sie schreiben, Meines Erachtens haben wir sogar China links überholt. Nur mit der Technik gegenüber China hapert es noch, wie so oft!

      30
      0
      • SchauinsLand sagt:

        Was ist Faschismus? Wie entsteht Faschismus? Wir haben doch einen überbewerteten Schutz durch die Politik! Ich mag auch die Politik verstehen, dafür benötige ich jedoch ordentliche Zahlen. Hackebeil ist keine Lösung! Wir haben heute Wissenschaftler, die nur noch Modelle per Computer erarbeiten und diese Aussagen sind fragwürdig. Wie an die Sache neu herangehen? Schreiben Sie Ihrem gewählten Politiker, daß Sie diese Herangehensweise nicht möchten! Sie oder auch nicht Sie haben doch gewählt!

        3
        0
  • Resistencia sagt:

    Der Herr Söder ist der personifizierte Transportweg für Hass und Hetze. Die falschen Zahlen mit denen er vorsätzlich die Spaltung des Landes verursacht hat, sind nichts anderes wie Volksverhetzung im Amt, ein Straftatbestand an dem er der größte Befürworter war! Wenn in diesem Land noch was normal wäre, würde er schon die Regierungsbank gegen die Anklagebank getauscht haben!

    44
    1

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2022 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.