25. November 2021
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Rolf Hürzeler

Der britische Premierminister Boris Johnson muss für seine Tiefschläge selber sorgen – wer denn sonst?

Zuerst war die politische Fehleinschätzung, dann kam eine zirkusreife Clowneinlage: Boris Johnson sorgte nach einem monatelangen politischen Hoch selbst für seine ersten Abstürze.

Das ist nett von ihm, denn die angeschlagene Labour-Opposition hätte das in ihrer derzeitigen Verfassung nicht geschafft.

In nonchalanter Manier wollte «Bojo» einen Tory-Hinterbänkler aus der ländlichen Grafschaft Shropshire schützen, der angeblich seine politischen Verbindungen für Geschäftsinteressen nutzte. Damit wäre Johnson wohl vor einigen Jahren locker durchgekommen, doch heute führt schon der Verdacht einer Interessenkollision zu Naserümpfen.

Und so musste der Premier seinen Mann fallenlassen: Nicht etwa auf Drängen von Labour, sondern wegen seiner eigenen Tory-Abgeordneten. Denn diese müssen in Westminster gegenwärtig auch den Part der Opposition übernehmen, weil Labour in seiner Zerstrittenheit gerade wirkungslos umher hühnert.

Obendrein hat der Premier nun mit einer clownesken Parade vor dem Verband der Kleinunternehmer zugelegt, als ihm bei seiner Rede das Manuskript durcheinandergeriet: Mit geradezu liebenswürdiger Hilflosigkeit eierte der Regierungschef minutenlang vor dem Publikum umher.

Das machte ihn noch etwas sympathischer, und politische Konsequenzen hat er ja nicht zu befürchten – Labour sei Dank.

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