10. Januar 2022
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Henryk M. Broder

Paradies der Beauftragten: Deutschland hat einen Staatssekretär für «sexuelle und geschlechtliche Vielfalt». Wir haben Beauftragte für alles

Kaum im Amt, hat die neue Regierung schon einen Rekord aufgestellt: Ihr gehören 37 Parlamentarische Staatssekretäre an, so viele wie noch in keiner Regierung zuvor.

Die Kaste der parlamentarischen Eunuchen, so stand es neulich in der Welt, sind hoch bezahlte Günstlinge der Minister, von denen sie berufen wurden, Diener zweier Herren, sowohl dem Parlament wie der Regierung zugetan.

Daneben gibt es noch 39 Beauftragte bzw. Koordinatoren für alles Mögliche. Die bekanntesten sind die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, der Beauftragte der Bundesregierung für Tourismus und für Mittelstand.

Einige sind Ein-Mann-Betriebe, wie der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, andere leiten grosse Behörden. Von einigen weiss man nicht, was sie so treiben, wie zum Beispiel der Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich.

Seit ein paar Tagen ist die Liste der Bundesbeauftragten um einen Posten länger: Nr. 40 ist ein «Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt», als Erstes will er «einen nationalen Aktionsplan für die Akzeptanz und den Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt» auf den Weg bringen. «Deutschland soll zum Vorreiter beim Kampf gegen Diskriminierung werden.»

Vorreiter, drunter machen wir es nicht: Bei der Zuwanderung, der Energiewende, der Verkehrswende, der Rechtschreibreform, dem Kampf gegen den Faschismus, der Digitalisierung und der Inflation.

Und jetzt auch auf dem Gebiet «sexueller und geschlechtlicher Vielfalt». Herzlichen Glückwunsch!

Wir freuen uns schon auf den nächsten Bundesbeauftragten – für die Förderung von Pleonasmen und Tautologien im Alltag.

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4 Kommentare zu “Paradies der Beauftragten: Deutschland hat einen Staatssekretär für «sexuelle und geschlechtliche Vielfalt». Wir haben Beauftragte für alles”

  • benpal sagt:

    Sexuelle Vorlieben sind höchst privater Natur, der Staat hat da absolut nichts zu suchen oder zu verordnen, auch nicht zu fördern. Erinnert sich niemand an die Forderungen der frühen Grünen (Cohn-Bendit), die Pädophilie salonfähig zu machen?

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  • Markus Zgraggen sagt:

    Es ist ganz simpel. Sobald Deutschland wirtschaftlich runtergewirtschaftet ist (nachdem auch militärisch), interessieren sich kein andere Völker, Rassen, Ethnien und Staaten mehr, ob Deutschland IRGENDWO eine Vorreiterrolle mehr spielt. Dann ist der über 200 Jahre lange Aufbau der deutschen Nation und zugleich der Aufbau bürgerlichen Mittelstandes nichts mehr wert, als der normale Versuch sich aus der Armut und Bedeutungslosigkeit zu retten. Das haben auch schon viele andere geschafft.

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  • Resistencia sagt:

    Es braucht nur noch einen Beauftragten, der mit diesen sündhaft teuren Irrsinn endlich aufräumt. Den "Beauftragten zur Bekämpfung der Realitätsverweigerung". Warum glaube ich, dass trotzdem eher das Gegenteil eintritt?

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  • AntonHofnarr sagt:

    Auch eine Möglichkeit, gewisse Leute von der Straße wegzubringen ... :-((

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