13. Januar 2022
Thomas Renggli

Das neue Traumpaar der Klimabewegung: Formel-1-Champion Sebastian Vettel und Öko-Teenager Greta Thunberg

Sebastian Vettel ist vierfacher Formel-1-Weltmeister. Mit dem Motorrennsport konnte er ein Vermögen von 250 Millionen Euro anhäufen. Sein aktueller Vertrag bei Aston Martin garantiert ihm ein Jahreseinkommen von 15 Millionen Euro.

Doch nun hat der Deutsche mit Wohnort im Kanton Thurgau seine Liebe für die Klimabewegung und deren Gallionsfigur Greta Thunberg entdeckt. In einem Interview sagt er auf die Frage, ob er sich gerne mit der Klimaaktivistin treffen würde: «Selbstverständlich! Ich würde es sogar begrüssen, und wahrscheinlich teilen wir viele Ansichten, was die Formel 1 angeht. Ich finde Greta klasse. Es ist ermutigend, dass sie mit einer solchen Entschlossenheit für unsere Zukunft kämpft. Ein echtes Vorbild, dem die ganze Welt folgen sollte und vor allem ältere Männer mehr Gehör schenken sollten.»

Man ist in diesen struben Zeiten ja allerhand Absurdes gewohnt. Aber diese Liaison sprengt nun den Rahmen der Vorstellungkraft definitiv und setzt der Scheinheiligkeit die Krone auf: der pseudo-vegane Supersportler und die pubertäre Apokalyptikerin.

Zwar hat es sich die Königsklasse im Automobilsport auf die Fahne geschrieben, dass jedes ihrer Rennen ab 2025 nachhaltig sein soll (was immer das auch bedeuten mag) und dass sie ab 2030 ihre Runden CO2-neutral drehen wird, doch momentan ist man noch weit davon entfernt. In der Saison 2019 verursachte die Formel 1 über 256.000 Tonnen CO2. Die Rennen sind dabei nur die Spitze des Eisbergs.

Eine Wettkampfserie, die zwischen März und November an 23 Destination rund um den Globus stattfindet und ihr Geld nicht zuletzt in erdölfördernden Ländern generiert, wird es eher schwer haben, zum Flaggschiff der Klimabewegung zu werden. Daran kann auch das neue Traumpaar Thunberg/Vettel kaum etwas ändern.

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5 Kommentare zu “Das neue Traumpaar der Klimabewegung: Formel-1-Champion Sebastian Vettel und Öko-Teenager Greta Thunberg”

  • onckel fritz sagt:

    Die Rennstrecken werden mit einer Oberleitung ausgestattet. Vorneweg fährt das Gretel auf einem Strandsegler, gefolgt vom Basti in der Tram.

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  • Joerg Sulimma sagt:

    Nun, gerade in der Formel 1 ist das logische Denken ein doch in vielen Dingen zu vernachlässigender Faktor. Also werfen wir den Heroen ihre absonderlichen Äußerungen nicht vor. Allerdings wäre die komplette Umstellung des Zirkus auf E-Boliden weltanschaulich jetzt doch wirklich angezeigt. Bei den vielen Boxenstopps, die dann notwendig sein werden, hätten auch die Fahrer mehr Zeit, über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens nachzudenken. Und Greta könnte noch Karriere als Grid-Girl machen!

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  • Der Michel sagt:

    "und wahrscheinlich teilen wir viele Ansichten, was die Formel 1 angeht"

    Daran sieht man, dass das deutsche Abitur nichts mehr wert ist. Kriegt anscheinend inzwischen wirklich jeder, der seinen Namen schrebien kann (ich gehe davon aus, das kann SV - zumindest muss er ja seine Verträge unterschreiben. Oder macht er da die berühmten drei Kreuze? Vielleicht tanzt er ihn ja auch...)

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  • Manuela1973 sagt:

    Noch etwas eint sie: Sie segeln beide schon länger, und nun gemeinsam, dahin auf dem Fluss hin zur Bedeutungslosigkeit. Und keine Umkehr in Sicht.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Oh Mann Vettel, was für ein zeitgeistiger Widerspruch in sich. Man sollte ihm von seinem Geld im Nachhinein (im Sinne grüner Besteuerungspolitik) das nehmen, was er durch mehr oder weniger "sinnloses Fahren im Kreis herum" (abgeleitet aus einem Zitat von Niki Lauda) an CO2-Emissionen verursacht hat. Tut ihm zwar nicht weh, aber vielleicht setzt ja doch so was wie ein zumindest kleiner Denkprozess ein. Über Gräte Thunfisch braucht man kein weiteres Wort mehr verlieren. Schade um die Luft.

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