04. November 2021
Roman Zeller

Die Frankfurter Allgemeine galt lange als konservatives Flaggschiff. Heute beschäftigt sie sich mit Sexspielzeugen

Jahrzehntelang nannte man sie liebevoll die alte Tante: Nüchtern, sachlich, trocken. Das war die Frankfurter Allgemeine.

Trocken war früher. Heute geht es feuchter zu.

Im wahrsten Sinne des Wortes.

«Das muss man nicht in der Nachttischschublade verstecken», heisst es in einem langen Interview mit zwei jungen Start-Up-Gründerinnen. Sie produzieren Dildos und wollen so natürlich die Themen Sexualität und weibliche Lust «enttabuisieren».

In der FAZ.

Neugierig fragt das Blatt, ob der Dildo denn nicht «kalt» und «schmerzhaft» sei. Das liegt nahe, ist das «ästhetische Sexspielzeug» ja nicht aus Gummi, sondern aus Porzellan.

Antwort: Nein, es sei sogar «sehr gleitfähig», tue gar nicht weh und passe sich rasch der Umgebungstemperatur an. «Wunderbar» sei das feste Material, mit einem «angenehmen Eigengewicht», «unaufdringlich schön» – und «sehr edel» (wie früher die FAZ).

Besorgte Nachfrage: Können die Dildos – neckisch «Clara» und «Helen» getauft – beim Einsatz nicht zerbrechen?

Entwarnung: Bei «sachgemässer Anwendung» könne nichts passieren, Porzellan sei «extrem stabil».

Vielleicht druckt die FAZ demnächst eine Gebrauchsanweisung.

Wir freuen uns drauf.

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2 Kommentare zu “Die Frankfurter Allgemeine galt lange als konservatives Flaggschiff. Heute beschäftigt sie sich mit Sexspielzeugen”

  • Joerg Sulimma sagt:

    Man könnte es doch auch anders sehen. Schon im alten Ägypten wurden Dildos zur Luststeigerung verwendet, zu enttabuisieren gibt es hier also nicht mehr viel. Die FAZ wurde 1949 gegründet und hat insofern doch recht lange gebraucht, sich dieses weltbewegenden Themas anzunehmen...und die Fragen sind, soweit das hier beurteilt werden kann, auch hierzu nüchtern, sachlich und trocken. Die alte Tante bleibt sich treu!

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  • Waldi Wick sagt:

    Soo guet. Hahahahaaaa

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