12. Januar 2022
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Wolfgang Koydl

Christian Linder, the last man standing? Jetzt liegt er flach, gestolpert über einen neuen Wortbruch

Politiker versprechen im Wahlkampf das Blaue vom Himmel? Na und? Was gibt’s sonst Neues?

Dumm nur, wenn ein Politiker beim Wortbruch ertappt wird – wie jetzt FDP-Chef Christian Lindner.

Die Liberalen würden Ungeimpfte nicht diskriminieren, beteuerte er im Wahlkampf. Und klar, das gelte auch nach der Wahl. Ein Handyvideo hielt die Szene fest.

Inzwischen klingt das anders. Ungeimpfte erhalten auch bei der FDP kein Pardon.

Nun hat Lindner schon andere Versprechen gebrochen – siehe seinen halbseidenen Nachtragshaushalt.

Da konnte er sich noch halbwegs herausreden, doch das Impfvideo ist so vernichtend, dass ihm nur die lahmste Ausrede einfiel: Die Lage habe sich verändert.

Das hat sie: Die Liberalen sind dort, wo sie hinwollten – in der Regierung. Und das ändert eben alles.

Das einzig Zuverlässige an der FDP ist ihre Unzuverlässigkeit. Schon immer haftet ihr das Etikett Umfallerpartei an. Zu Recht.

Wie wurde Lindner noch gefeiert, als die Ampel freigeschaltet wurde? Als last man standing.

Jetzt steht er nicht mehr. Er liegt flach auf dem Bauch.

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7 Kommentare zu “Christian Linder, the last man standing? Jetzt liegt er flach, gestolpert über einen neuen Wortbruch”

  • Heiner sagt:

    Das einzige Zuverlässige an der FDP ist ihre Unzuverlässigkeit. Ihr Zitat ist ursprünglich von Franz Josef Strauß. Der sagte : Das einzige zuverlässige an der FDP ist ihre Charakterlosigkeit.

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  • Joerg Sulimma sagt:

    Die "Ampel" ist eine unfreiwillig gute Bezeichnung für diese Regierung. Bei "Rot" und "Grün" weiß man, was zu erwarten ist - das "Gelb" ist immer ein Schwebezustand, auch an der Straßenkreuzung. Es hat schon große Zeiten der FDP gegeben mit den entsprechenden Politiken, aber sie sind lange her. Zu dieser Koalition fällt mir ein Satz von Otto Graf Lambsdorff ein: "Das ist nicht Eintracht in Vielfalt, sondern Zwietracht in Einfalt."

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  • Der Michel sagt:

    Wie bestellt so geliefert: Wer angesichts des beschämenden Veraltens Lindners und seiner Partei bei der Kemmerich-Wahl was anderes von diesem "ehrenwerten Herrn" (frei nach Steinhöfel, damals auf AM gemünzt) erwartet hat ist an politischer Naivität kaum zu überbieten. Guten Morgen!

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  • Der Michel sagt:

    Das einzige, was mich daran wundert ist, dass es Aufmerksamkeit generiert. Hat's unter dem Teppich keinen Platz mehr oder was?

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  • AntonHofnarr sagt:

    Die Lage hat sich allerdings verändert. Vor der Wahl erhoffte man sich Ministerposten nebst all den dazugehörigen Privilegien, jetzt hat man sie definitiv und wird wohl alles tun, um daran festzuhalten. Bleibt zu hoffen, daß der zu zahlende Preis bei den nächsten Wahlen ein extrem hoher sein wird. Nebenbei: mit frei/liberal etc. hat die Politik des Lindner eher weniger bis gar nichts mehr zu tun.

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  • Resistencia sagt:

    Der Lindner hat nicht die Ampel freigeschaltet, sondern den Faschismus in demokratischer Verpackung. von allen Koalierenden ist er der schlimmste, denn die anderen liefern was sie angesagt haben!

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