10. Dezember 2021
Rainer Zitelmann

China-Strategie Deutschlands: Warum Annalena Baerbock Merkels Kurs folgen sollte

Ich bin, so wie manche in Deutschland, froh, dass Angela Merkel nach 16 Jahren endlich abgetreten ist. Ich habe zu ihren schärfsten Kritikern gehört, in ungezählten Artikeln.

Doch in einer Hinsicht fand ich ihre Politik nicht schlecht: In Bezug auf China.

Sie hat das Reich der Mitte in ihrer Amtszeit 13 Mal besucht. Sie hat die ökonomische Bedeutung Chinas für unser Land verstanden.

Es ist zu fürchten, dass das bei Annalena Baerbock ganz anders ist: Wirtschaftliche Interessen Deutschlands sind den Grünen gleichgültig, der Begriff Realpolitik ist für sie ein Fremdwort. Das könnte zu einem Kurswechsel gegenüber China führen.

Noch bevor Baerbock ihr Amt antrat, forderte sie ein Importverbot für Produkte aus der chinesischen Region Xinjiang und schloss auch einen Boykott der Olympischen Winterspiele in China nicht aus.

Die Grünen lassen sich von zwei Prinzipien leiten: Erstens: Am deutschen (grünen) Wesen soll die Welt genesen. Und zweitens: Hauptsache, wir fühlen uns als moralisch bessere Gutmenschen. Egal, ob das, was wir tun, irgendetwas Positives bewirkt.

Diese Prinzipien würden in der China-Politik viel Schaden für Deutschland anrichten. Was also sollte Baerbock in der China-Politik tun?

Etwas, das in jedem anderen Politikbereich schädlich wäre: Dem Kurs von Merkel folgen.

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1 Kommentar zu “China-Strategie Deutschlands: Warum Annalena Baerbock Merkels Kurs folgen sollte”

  • KarlSand sagt:

    Mit China gibt es keinen fairen Wettbewerb. China betreibt in großem Umfang Wirtschaftsspionage, klaut geistiges Eigentum, ignoriert internationales Recht, bricht nach Gutdünken bilaterale Verträge, subventioniert einheimische Unternehmen und diskriminiert andere in ganz erheblichen Umfang. Obwohl nicht nur Verbündete sondern auch die eigenen Geheimdienste nachdrücklich dazu rieten, chinesische Unternehmen nicht am Bau der TK-Infrastruktur zu beteiligen, entschied Merkel anders.

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