15. Oktober 2021
Lukas Steinwandter

Freiheit und Eigenverantwortung: Warum die neue Bundesregierung Cannabis legalisieren muss

Deutschland tut sich schwer mit Freiheit und Eigenverantwortung.

Umso besser, dass neben den Klima-Verboten nun auch über die Legalisierung von Cannabis diskutiert wird.

Zwar nicht zum ersten Mal, doch mit der Ampel-Koalition besteht eine realistische Chance dafür.

Ein legaler Markt für Marihuana und Haschisch brächte Vorteile, nur muss er auch wirklich frei sein – keine halben Sachen wie in den Niederlanden.

Dort wird der Cannabis-Konsum zwar nicht bestraft, doch Besitz, Anbau und Verkauf sind illegal. Kriminelle betreiben dort mächtige Drogenkartelle.

Denn der Markt ist da, auch in Deutschland – ob in der Grossstadt oder im Provinznest. Und die Frage der Legalität spielt für den Konsumenten keine Rolle.

Die Ampel-Koalitionäre sollten den Mut für eine vollständige Legalisierung aufbringen: Anbau, Verkauf, Besitz, Konsum.

Nur so können die positiven Effekte des Marktes vollumfänglich wirken: besserer Stoff für weniger Geld, mehr Anbieter, weniger Beschaffungskriminalität, schliesslich auch mehr Möglichkeiten, um von einer gefährlichen Abhängigkeit wieder loszukommen – denn auch dort entwickelte sich ein grösserer und konkurrenzträchtiger Markt.

Zwar warnen Polizeigewerkschaften vor noch mehr Herausforderungen für Beamte. Doch ihre Sorgen sind unberechtigt, wenn der Drogenrausch als Strafmilderungsgrund wegfiele.

Und wenn die Suchtherapie privat bezahlt werden müsste. Denn auch das gehört zur Eigenverantwortung und es gäbe auch hierfür einen Markt, der das Problem regelt.

Lukas Steinwandter ist Redaktor der Berliner Wochenzeitung «Junge Freiheit».
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2 Kommentare zu “Freiheit und Eigenverantwortung: Warum die neue Bundesregierung Cannabis legalisieren muss”

  • AntonHofnarr sagt:

    Ich vermisse in dem Artikel, daß das legalisierte Rauschgift (alleine den Gedanken empfinde ich bereits als furchterregend) erst den über 18-jährigen zugänglich gemacht werden. Dann wären also für die MInderjährigen weiterhin die kriminellen Rauschgifthändler (häufig als "Dealer" verharmlost) zuständig? Für mich gibts nur eines: das Dreckszeug zu verbieten, denn: jeder Rauschgifthändler (also auch der legalisierte) ist ein Mörder auf Raten.

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  • Joerg Sulimma sagt:

    Vielen Dank für diese deutliche Betonung der Eigenverantwortung auch in diesem Bereich. Es wird Zeit für diese Entwicklung, ich halte diese Vorschläge in ihrer Gesamtheit für sehr gut! Nur könnte man aus den Verhandlungen zur "Ampel"-Koalition schließen, hier gehe es vor allem um neue Steuereinnahmen. Die FDP hat sich anscheinend so geäußert, was nicht weiter verwunderlich wäre. So kann es allerdings nicht funktionieren - wenn Legalisierung und Markt, dann richtig!

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