09. November 2021
Reinhard Mohr

Bundes-Verdienstkreuz für «Anti-Abschiebe-Aktivisten»: Oder wenn ein Geehrter das Land, das ihn ehrt, als «rassistisch strukturierte Gesellschaft» denunziert

Mohammed Jouni, 1985 im Libanon geboren, flüchtete 1998 ohne seine Familie nach Deutschland. In der linken taz zieht er nun Bilanz: «Ich lebe seit 23 Jahren in einem Staat, der abschiebt, der strukturelle und institutionelle Rassismen reproduziert, der Menschen in Lagern unterbringt.»

Als Sozialarbeiter im «Beratungs- und Betreuungszentrum Berlin-Moabit» habe er gelernt, «dass das Ziel eben nicht Integration heisst»: «Ich muss mich nicht in eine rassistisch strukturierte Gesellschaft einfügen, sie akzeptieren und reproduzieren. Uns ging und geht es nicht darum, ‘integrierte’, gut ausgebildete, brauchbare Jugendliche zu werden, sondern darum, dass alle Menschen, die hier leben, ein Bleiberecht bekommen.»

Am gestrigen Montag erhält Mohammed Jouni aus der Hand von Elke Breitenbach (Die Linke), Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Man weiss nicht, was absurder ist: Die Ehrung eines «Anti-Abschiebe-Aktivisten» (taz), der versucht, rechtmässige Ausschaffungen ausreisepflichtiger Asylbewerber zu verhindern, oder die Chuzpe, mit der der Geehrte das «Bleiberecht für alle» fordert – in jenem Deutschland, in dem die «rassistisch strukturierte Gesellschaft» geradezu ein neuer Fluchtgrund wäre.

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2 Kommentare zu “Bundes-Verdienstkreuz für «Anti-Abschiebe-Aktivisten»: Oder wenn ein Geehrter das Land, das ihn ehrt, als «rassistisch strukturierte Gesellschaft» denunziert”

  • AntonHofnarr sagt:

    Aus einer der wenigen Folgen von "Die Simpsons", die ich gesehen habe, ist mir eine mit einem sog. "Gegenteiltag" (quasi das Unnormale wird zur Normalität) in Erinnerung geblieben. Der Film, der in dieser BRD tagtäglich und permanent abläuft, scheint ziemlich genau das zu beinhalten. Zu einer Tusse der stalinistischen Mauermörder-Gang passt ein solches Verhalten, hingegen erwarte ich von einem Bundespräsidenten ein loyaleres Verhalten gegenüber SEINEM Volk.

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    • ClaudiaCC sagt:

      Steinbeisser loyal zu den Deutschen? Vorher gefriert die Hölle. Er lässt sich zwar vom arbeitenden Deutschen Volk sein Luxusleben im Schloss finanzieren, der suuuper soziale Sozi, aber er ist nicht Präsident der Deutschen, sondern der von iranischen Mullahs, türkischen Erdogan-Fans, Figuren wie dem mit einer "Impfdurchbrüche" verursachenden Genplörre Milliarden scheffelnden Goldgruben-Ugur Sahin und dreisten Migranten, deren einziges Verdienst ist, für noch mehr muslimische Invasion zu trommeln.

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