24. September 2021
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Thomas Renggli

Brief aus Russland: Präsident Putin hat die Pandemie für beendet erklärt. An der Duma-Wahl kandierte ein Oppositioneller gleich dreifach

Frühlings-Gefühle in St. Petersburg. Die Stadt an der Newa, in der am Samstag der Nachfolger des Schweizers René Fasel als neuer Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes gewählt wird, zeigt sich von ihrer schönsten Seite: Sonnenschein, blauer Himmel, laue Temperaturen.

Auch pandemisch herrscht in Russland Tauwetter. Präsident Vladimir Putin blendet Covid-19 aus.

Im Strassenbild sind Masken eine Seltenheit, auch in Innenräumen geben sich höchstens ausländische Gäste bedeckt.

Zwar ist erst ein Drittel der russischen Bevölkerung geimpft, doch scheint man darauf zu vertrauen, dass Corona quasi per staatlichem Dekret beendet wird.

Auch politisch gehen die Uhren im grössten Land der Welt anders. An der Duma-Wahl vom vergangenen Wochenende spielten sich die Interventionen der Obrigkeit vor den Augen der Bevölkerung ab.

Boris Wischnewski beispielsweise, ein bekannter Oppositions-Politiker aus St. Petersburg, stand gleich dreifach zur Wahl: einmal real, zweimal in Form eines Doppelgängers.

Der Kreml hatte rechtzeitig zwei Mitbewerber ins Spiel gebracht, die gleich heissen und dem Original auch vom Aussehen her zum Verwechseln ähnlich sind – mit dem Ziel, die Wähler zu verwirren und dem echten Wischnewski vorzeitig alle Wahlchancen zu rauben.

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