17. Dezember 2021
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Ralf Schuler

CDU-Parteivorsitz: Braun, Röttgen oder Merz? Die Kandidaten liefern sich ein Wettlauf im Modernsein. Ein kolossales Missverständnis

Modern ist schwer angesagt. Wenn heute die CDU-Mitgliederbefragung für den Parteivorsitz ausgezählt wird, stehen drei Kandidaten gegeneinander, die sich einen Wettlauf im Modernsein liefern.

Ex-Kanzleramtsminister Helge Braun (49) will die Union zur Mittmachpartei formen, Aussenpolitiker Norbert Röttgen (56) die «liberale Mitte» sein, und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz (66) muss schon aus Altersgründen der wohlfeilen Etikettierung entgegentreten, ein Mann von gestern zu sein.

Ein kolossales Missverständnis: Die Union wird konservativ sein, oder sie wird nicht sein.

Konservativ steht für klüger, nicht für gestern.

«Zeitgemäss» ist, was viele machen. Herde statt Weitblick. Niemand braucht eine weitere links-liberale Partei.

Wenn asiatische Migranten weltweit erfolgreich sind, weil sie eisern im Familienverbund zusammenhalten, kann die klassische Familie kein Auslaufmodell sein.

Wenn wirtschaftliche und energiepolitische Unabhängigkeit sich nicht erst seit Corona als zentraler Wert erwiesen haben, muss man sich von illusionären Experimenten und immer neuen Ausstiegsszenarien entgegentreten.

Wenn Nation und Wehrhaftigkeit noch immer für die allermeisten wichtige Kategorien sind, darf, kann und muss man daran festhalten.

Applaus von kurzsichtigen Modernisten sollte skeptisch machen. Attacken von links eher beflügeln.

Ralf Schuler ist Leiter der Parlamentsredaktion von BILD.
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4 Kommentare zu “CDU-Parteivorsitz: Braun, Röttgen oder Merz? Die Kandidaten liefern sich ein Wettlauf im Modernsein. Ein kolossales Missverständnis”

  • Resistencia sagt:

    Hätte Merz 15 Jahre früher durchgesetzt, wie sähe dieses Land dann aus? Wäre er zumindest beim letzten Parteitag nicht verhindert worden, wäre er mit über 30 % Kanzler. Jetzt sieht es so aus, als Alibiopposition betrieben wird, die Grünen hatten sich in der Rolle ja bei vollen Bezügen total verweigert. Eine Lichtgestalt
    ist er mit seiner Einheitsmeinung zur Plandemie nicht.

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  • Fischkopp sagt:

    Die CDU müsste aus den Fehlern der europäischen christdemokratischen Parteien lernen und sich auf ihre Wurzeln besinnen. Ob sie dazu intellektuell in der Lage und mutig genug ist, steht in den Sternen. Viel konservatives intellektuelles Potential ist mittlerweile in der AfD.

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  • Dominik Hellenbeck sagt:

    Unter Merkel wurde es dann zwar vollends beliebig, aber die Weichen wurden bereits vorher unter Kohl und Geißler nach „links“ gestellt. Nicht zufällig sprach Geißler von „christlichen Ajatollahs“ und einer erforderlichen „Kulturrevolution“...

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  • Dominik Hellenbeck sagt:

    Die CDU ist zumindest seit den 1970ern (sog. „zweite Parteigründung“) keine konservative Partei. Sie trottete dem gesellschaftlichen „Fortschritt“ hinterher und sammelte dabei die Fußlahmen mit Gesangbuch ein. Die Wende blieb aus, der „Frauenparteitag“ kam 1985, keine „Umbaumaßnahme“ der siebziger Jahre wurde korrigiert. Die CDU wollte immer (gemäßigt) modern sein, um keine Wähler zu verschrecken und genügend Pöstchen verteilen zu können.

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