01. Oktober 2021
Cora Stephan

«Rassistische» Erkenntnis aus der Medizin: Menschen haben gleiche Rechte, sind aber genetisch nicht gleich

Gibt es Rassen oder ist bereits das Konzept rassistisch?

In Frankreich ist das R-Wort aus der Verfassung gestrichen, auch im deutschen Grundgesetz soll darauf verzichtet werden. Schliesslich, hiess es 2019 in der «Jenaer Erklärung», gebe es im menschlichen Erbgut keinen Unterschied, der einen Afrikaner von einem Nichtafrikaner sauber unterscheide.

Also weg mit dem R-Wort? Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! Der wird, wenn er ehrlich ist, «gut, dass wir darüber reden» sagen. 

Denn egal, wie man es nennt, Rasse oder ethnische Zugehörigkeit: Menschen unterscheiden sich nicht nur, was das Geschlecht betrifft. Diese Unterschiede zu kennen, kann Leben retten. 

Dunkelhäutige US-Amerikaner neigen zu Bluthochdruck und Nierenproblemen, Weisse erkranken öfter an Multipler Sklerose, asiatische Amerikaner stecken sich häufiger mit Hepatitis B an. Das muss man wissen, wenn man heilen möchte.

Biomediziner, die personalisierte Behandlungen aus Genomdaten ableiten, sprechen daher weiterhin von «Rasse» – ganz ohne weltanschaulichen Hintergrund. Menschen haben gleiche Rechte, sind aber genetisch nicht gleich.

Es lebe die Differenz.

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2 Kommentare zu “«Rassistische» Erkenntnis aus der Medizin: Menschen haben gleiche Rechte, sind aber genetisch nicht gleich”

  • Ulrich J. sagt:

    Der Begriff „Rasse“ muss unbedingt weg, die Tatsache aber bleibt. So wurde das unter Höchststrafe gesellte „N“-Wort bis in die 90er meist ohne wertende Gedanken benutzt. Und wenn unter Beifall heute Abiturienten zur Selbstfindung nach Afrika fahren, um den Einheimischen beizubringen, wie man Brunnen bohrt oder nachhaltig Mahlzeiten bereitet, ist die hiesige Gesellschaft keinen Deut besser als vor 150 Jahren. Damals brachte man den „Wilden“ bei, sich „ordentlich“ zu kleiden.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Und was fehlt - gesundheitlich - vielen Ureinwohnern Amerikas ("Indianer"), außer ihrem Besitz, ihrem Land, ihrer Kultur und häufig ihrem Leben ?

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