07. September 2021
Birgit Kelle

Besser spät, als nie: CDU-Schulministerien verbieten Gender-Sprache

In Zeiten latenten Wahnsinns brauchen Selbstverständlichkeiten stetige Erinnerung.

Dass an deutschen Schulen Deutsch gesprochen und geschrieben wird und zwar nach bewährten Rechtschreib- und Grammatikregeln statt in frei erfundenem Gender-Esperanto mit allerlei lustigen Stern*chen und Doppel:Pünktchen, muss offensichtlich vor allem dem Lehrpersonal (genderneutral!) in Erinnerung gerufen werden, das gerade zum Schulstart muntere Briefe an «Schüler*innen» versendet.

Erst kürzlich legte das CDU-geführte Bundesland Sachsen vor, jetzt zog die Schleswig-Holsteiner CDU-Bildungsministerin Karin Prien nach und verordnete: Keine Gender-Sprache im Unterricht. Na geht doch!

In der LGBT-Lobby und auch in ihrer bisher mitte-links-lastigen Fanbase auf Twitter ist man nun mit den Nerven runter.

Wird die CDU jetzt etwa konservativ? Und das so kurz vor der Wahl?

Prien gehört schliesslich dem gerade erst vorgestellten «Zukunftsteam» von Kanzlerkandidat Armin Laschet an.

Wenn das also ein Signal sein soll, drängt sich die Frage an die CDU auf: Warum nicht in allen Bundesländern jetzt durchziehen, also auch im Laschet-Land NRW?

Ein kleines Erbe muss man den Grün*innen doch übergeben, wenn demnächst eine «geboren habende weibliche Cis-Person» – zu Deutsch: normale Frau und Mutter – ins Bundeskanzlerinnenamt einzieht und alles wieder rückgängig macht.

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1 Kommentar zu “Besser spät, als nie: CDU-Schulministerien verbieten Gender-Sprache”

  • Carsten Deichen sagt:

    Es geht nicht um „keine Gendersprache im Unterricht“, sondern gar nicht an Schulen, nicht in Elternbriefen, nicht in Aushängen, nicht auf der Homepage, gar nicht. Was Queere von Gendersprech halten (also nicht deren selbsternannte Lobby), sieht man sehr schön hier https://www.queer.de/abstimmen_ergebnis.php?wahl=972

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