29. September 2021
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Roman Zeller

Berliner Wahlchaos: In der Hauptstadt konnten Tausende nicht wählen. Schuld sei der Bürger, sagt die Landeswahlleiterin

Berlin verroht, weil es sich verzettelt.

Der Fokus liegt auf Absurditäten, nicht auf Alltagssorgen: Klimademos, Gender-Sternchen, Gay Pride, antirassistischer Döner, Enteignen ist das neue Einkaufen. Wer den Müll nicht trennt, steckt quasi mit einem Bein im Knast.

Und dann ist da der Berlin-Marathon, man will ja international sein. Rätselhaft, warum man diese Volksbelustigung ausgerechnet auf den Wahltag legt.

Die Laufrouten sind abgesperrt, das Wahllokal unerreichbar auf der anderen Strassenseite. Berlin funktioniert dann wie Schach: Läufer schlägt Bauer.

Mit Folgen: Weil Strassen blockiert waren, konnten nicht genügend Stimmzettel nachgeliefert werden. Menschen standen stundenlang Schlange, bis sie wählen konnten. Wenn überhaupt.

Trotzdem galt die Wahl. «So schwerwiegend» seien die Fehler nicht gewesen, sagt die Senatskanzlei.

Und wer hat schuld? Landeswahlleiterin Petra Michaelis? Aber woher denn.

Sie kennt den Sündenbock – das Volk: «Ich hatte im Vorfeld schon gebeten, dass sich die Wählerinnen und Wähler vertraut machen mit den Stimmzetteln.»

Im Klartext: Dummer, dummer Wähler. Vielleicht sollte man ihm das nächste Mal die Wahl lieber gleich ganz abnehmen.
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1 Kommentar zu “Berliner Wahlchaos: In der Hauptstadt konnten Tausende nicht wählen. Schuld sei der Bürger, sagt die Landeswahlleiterin”

  • gisela.freyzeit@gmx.de sagt:

    Dazu muss man noch ergänzen, dass am Samstag, dem Tag vor dem Marathon Autos, die den Ablauf des Marathon stören könnten, abgeschleppt wurden. Wir wollten von Charlottenburg nach Rudow fahren, eine Strecke von 30 Minuten.
    In jeder zweiten Straße standen Abschleppautos, die Straßen waren gesperrt. Man wurde von der Polizei in Nebenstraßen geleitet, wo man bald die gleiche Situation vorfand. Überall hatten sich Schlangen gebildet. Wir fuhren mehr als 2 Stunden

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