15. Dezember 2021
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Wolfgang Koydl

Konrad Adenauer, Martin Luther, Gebrüder Grimm – Berlin bekämpft den Antisemitismus: 101 Strassen sollen umbenannt werden

Man glaubt es kaum, wo der Antisemitismus lauert. Gerade in Berlin.

Im beschaulichen Nikolassee etwa kommt es knüppeldick. Da treiben nicht nur Tristan und Isolde ihr Unwesen, sondern auch Lohengrin.

Nun konnten Antisemitismusforscher noch nicht endgültig klären, wie das Liebespaar und der Schwanenritter zu Juden standen.

Aber es reicht, dass sie sich vom Juden hassenden Komponisten Richard Wagner vertonen liessen. Grund genug, nach ihnen benannte Strassen umzubenennen.

Das rät eine von der Justizverwaltung bestellte Studie: 101 Strassen stehen auf der Liste.

Betroffen sind Antisemiten wie Konrad Adenauer (berief Alt-Nazis ins Kabinett), Martin Luther (war zeitgemäss antijüdisch) und die Gebrüder Grimm („kolportierten antijüdische Ressentiments“).

Dann aber konsequent. Wenn Wagners Helden in Sippenhaft genommen werden, warum nicht Grimmsche Märchen?

In Köpenick etwa. Dort ballen sich Rotkäppchen, Schneewittchen, Dornröschen und Frau Holle auf engstem Raum.

Oder stehen die Damen unter Gender-Schutz? Das Leben ist so kompliziert geworden. Gerade in Berlin.

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3 Kommentare zu “Konrad Adenauer, Martin Luther, Gebrüder Grimm – Berlin bekämpft den Antisemitismus: 101 Strassen sollen umbenannt werden”

  • onckel fritz sagt:

    Ach du lieber Gott, was für „Propplähme“! Zu Zeiten der Berufsverbote und des Radikalenerlasses mussten für die Kritik daran neben Richard Wagner und Heinrich Hoffmann von Fallersleben auch schon die Gebrüder Grimm herhalten. Auch diese wären dann unter den Radikalenerlass gefallen. Heute sind sie also Antisemiten. Hand-Stirn-klatsch-aua!

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    • onckel fritz sagt:

      Mit der Meinungsfreiheit für Lehrer u.a. „Hochschulkader“ war es ja bekanntlich in „uuunserer Deutschen Demokratischen Republik“ zum Allerbesten bestellt, weshalb der hochgeschätzte Genosse Karl-Eduard von Schni... sich vortrefflich über die Berufsverbotspraxis der BRD ereifern durfte.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Immer wieder herrlich zu lesen , daß es in Berlin offenkundig keine anderen/größeren Probleme gibt. Sind Leute mit größeren Scheuklappen denkbar als diejenigen besagter Berliner Justizverwaltung, die einen solchen Mist auf den Weg gebracht haben?

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