27. Oktober 2021
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Rainer Zitelmann

Beamten-Herzen im Bundestag: Während Quoten en masse gefordert werden, tut sich das Mandat fast kein Unternehmer an. Zum Leidwesen der Wirtschaft

In der vergangenen Legislaturperiode bezeichneten sich 76 Bundestagsabgeordnete als «Unternehmer», wobei man bei manchen streiten kann, was genau damit gemeint ist.

Die «tagesschau» berichtet, aus Daten des Bundeswahlleiters und der Internetseite des Bundestages gehe hervor, nur 14 von 735 Abgeordneten im neu konstituierten Bundestag seien Unternehmer: «Damit dürfte die Zahl der Unternehmer in Parlament gegenüber der vergangenen Legislaturperiode sinken.»

Das sind vorläufige Zahlen, aber deutlich ist schon jetzt: Es gibt kaum Unternehmer im neuen Bundestag.

Es wird «Parität» für Frauen gefordert (obwohl deren Anteil diesmal wieder gestiegen ist), es wird eine Migrantenquote gefordert und so weiter.

Aber niemand fordert eine Unternehmerquote.

Ich auch nicht. Aber es ist schädlich, wenn der Bundestag von Anwälten, Lehrern, Sozialpädagogen oder auch Kulturwissenschaftlern dominiert wird.

Für diese Personen bedeutet das Mandat einen wirtschaftlichen Aufstieg, für einen mittelständischen Unternehmer würde es zweierlei bedeuten: Massiver Verlust an Geld und noch grösserer Imageverlust.

Wer tut sich das an?

Kein Wunder, dass so viele wirtschaftsfeindliche Entscheidungen getroffen werden.

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3 Kommentare zu “Beamten-Herzen im Bundestag: Während Quoten en masse gefordert werden, tut sich das Mandat fast kein Unternehmer an. Zum Leidwesen der Wirtschaft”

  • onckel fritz sagt:

    Meine Meinung: AKTIVES Wahlrecht nach ABGESCHLOSSENER Ausbildung oder Studium und dem Steuerbescheid über den ersten selbst verdienten Lebensunterhalt. PASSIVES Wahlrecht nach abgeschlossener Ausbildung s.o. und ZEHNJÄHRIGER außerpolitischer beruflicher Arbeit, wobei hauptamtliche Partei-, Gewerkschafts- oder NGO-Funktionen und steuerfinanzierte Gedönsprojekte nach Blablastudium nicht zählen. Schon dürften etliche ideologische Cerebralflatulenzen entfallen.

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  • Joerg Sulimma sagt:

    Das ist ein alter Hut. Die FDP arbeitete früher mit Leihstimmen. Ein Unternehmer kandidierte, so auch mein Vater in den 80ern, ein Lehrer kam dafür ins Parlament. Unternehmer tragen Verantwortung für ihre Firma und damit zumeist auch für andere Menschen. Es droht ihnen nicht nur ein massiver Verlust an Geld, sondern oft ganz einfach der Bankrott, wenn sie sich in ein Parlament wählen lassen. Nehmen wir nur Ärzte oder auch Anwälte mit eigener Kanzlei - sie gehören nur bedingt in diese Aufzählung!

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  • Der Michel sagt:

    Dass der einseitige berufliche HIntergrund der Parlamentarier ein Problem darstellt ist unbestritten. Allerdings ist mir der Schluss auf die "wirtschaftsfeindlichen Entscheidungen" zu direkt: Dazu gehört meines Erachtens eine große Portion Selbstüberschätzung, Borniertheit und Ignoranz - denn um zu erkennen, was insbesondere die größeren (z.B. energiepolitischen) Entscheidungen oder die migrationspolitischen Nicht-Entscheidungen anrichten, dazu braucht es keinen Unternehmergeist...

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