15. September 2021
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Wolfgang Koydl

Baerbock, Laschet, Scholz – alle schrieben sie ab. Doch Plagiate sind nicht der Skandal, sondern dass solche überflüssigen Bücher verlegt werden

In Amerika verdienen Politiker wenigstens Geld mit Büchern. Die Obamas strichen einen Vorschuss von 65 Millionen Dollar für ihre beiden Memoiren ein. Auch der Verlag kam auf seine Kosten.

Aber in Deutschland? 

Ohne Plagiatsjäger Stefan Weber hätte niemand von «Aufsteigerrepublik» und «Hoffnungsland» gehört. In seinem soeben erschienen Abschlussbericht steht, dass auch deren Autoren – Armin Laschet und Olaf Scholz – abschrieben, wenn auch nicht ganz so frech wie Annalena Baerbock.

Wie viele Exemplare mögen wohl verkauft worden sein? Wie schnell wurden sie verramscht? Hat sich die Anstrengung gelohnt für Verlag und Autor?

Wahrscheinlich nicht. Wer stellt sich freiwillig ein unlesbares Buch ins Regal?

Politiker schreiben nicht zum Lesen, sondern um ihre Eitelkeit zu befriedigen. Verlage verlegen sie, um mit dem bekannten Konterfei Kunden in die Läden zu locken – wo sie dann was Ordentliches kaufen.

So geht auch der Plagiatsvorwurf ins Leere, verpflichten Promi-Schreiber doch oft einen Ghostwriter oder die eigene Pressestelle.

Dabei wäre es so einfach: Lektoren müssten nur tun, was sie bei jedem schlechten Manuskript tun. Zurückschicken.

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1 Kommentar zu “Baerbock, Laschet, Scholz – alle schrieben sie ab. Doch Plagiate sind nicht der Skandal, sondern dass solche überflüssigen Bücher verlegt werden”

  • onckel fritz sagt:

    Ein Skandal? Eher nicht, sondern eine Blamage für Autoren und Verlag, wenn die Plagiate auffliegen. Auch den materiellen Schaden hat der Verlag. Schließlich werden (noch) keine Schulkinder gezwungen, diese Werke für den Politikunterricht zu kaufen, und auch sonst niemand. Ich hoffe nicht, dass im Studium wieder verpflichtend Marx, Engels, Lenin gelesen werden MUSS. Klein-Heikos Buch damals auf Platz 1.999.999 der Amazon-Liste war doch zum Schmunzeln!

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