21. Oktober 2021
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Reinhard Mohr

Die SPD präsentiert Bärbel Bas als Kandidatin für das Amt des Bundestagspräsidenten. Bärbel wer?

Manchmal kommt alles zusammen: BILD-Chef Julian Reichelt stolpert über seine Frauengeschichten und wird gefeuert.

Als sei es eine Antwort auf den notorischen «Sexismus», präsentiert die SPD nach einer wochenlangen Suchaktion Bärbel Bas zur Kandidatin für das Amt des Bundestagspräsidenten, das in der Hierarchie gleich nach dem Bundespräsidenten kommt.

«Bärbel wer???», fragen nun viele im Berliner Regierungsviertel, denn die 53-jährige stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende ist bislang politisch kaum hervorgetreten.

Aber sie ist eine Frau.

Weil sie aber biodeutsch, blond und hellhäutig ist, war klar, dass eine Tochter türkischer Einwanderer zumindest stellvertretende Bundestagspräsidentin werden muss: Aydan Özoguz, einst Migrationsbeauftragte der Bundesregierung.

Die unentrinnbare Quotenlogik verhindert immerhin, dass die grüne Politpastorin Katrin Göring-Eckardt die erste weibliche Bundespräsidentin wird, was weite Teile des Volkes samt Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier hörbar aufatmen lässt.

Für alle weiteren Fragen gilt, was eine Anti-Sexismus-Initiative in der deutschen Werbebranche verspricht: «Wir stellen allen Mitarbeiter*innen eine*n interne*n oder externe*n Ansprechpartner*in zur Verfügung.»

Vielleicht hätte ein*e interne*r oder externe*r Ansprechpartner*in Julian Reichelt aus der Patsche geholfen.

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2 Kommentare zu “Die SPD präsentiert Bärbel Bas als Kandidatin für das Amt des Bundestagspräsidenten. Bärbel wer?”

  • Joerg Sulimma sagt:

    Hieran kann man vor allem wieder eines ablesen. Bei den Besetzungen der politischen Ämter geht es um alles, Quote, Gendergerechtigkeit, parteipolitischer Proporz, nur nicht um Qualifikation. Die von Frau Bas und ihrem Umfeld sicher selbst erstellten Zeilen auf Wikipedia geben selbst bei aller künstlicher Aufblähung nichts her, was sie auch nur ansatzweise für dieses oder auch ein anderes hervorgehobenes Amt qualifizieren würde. Vor allem, wenn man sie mit Wolfgang Schäuble vergleicht - peinlich!

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  • Der Michel sagt:

    Richtig - bloß dass Reichelt wohl nicht über seine "Frauengeschichten", sondern über seine regierungskritische Haltung "gestolpert" ist.

    Und habe ich das richtig gelesen: Özuguz als stv. BTPin??? Gott, Allah und wen immer man an höheren Mächten anrufen könnte - steht uns bei. Nicht wegen des Schadens, den die Dame anrichten könnte (der dürfte verhältnismäßig überschaubar sein), sondern wegen des Hirnfraßes, der anscheinend galoppierend um sich greift.

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