10. November 2021
Matthias Rüb

Beim ZDF spricht man nur mit Häme über die private Konkurrenz. Das hohe Ross ist mit acht Milliarden Euro Zwangsgebühren gesattelt

Andreas Wunn, Leiter und Moderator vom Morgen- und Mittagsmagazin beim ZDF, hat sich letzte Woche geärgert. Darüber, wie er dem Berliner Tagesspiegel verriet, dass er sich immer über Bild TV ärgern muss.

Sein Urteil über die Springer-Kollegen: «Mir ist schleierhaft, wie jemand bei ‘Bild’ in den Spiegel schauen und der Meinung sein kann, er oder sie sei Teil einer guten Sache.»

Kein Problem mit dem eigenen Blick in den Spiegel hatte Wunn gewisss, als beim Vormarsch der Taliban in diesem Sommer die Reporter des ZDF aus Istanbul berichteten, Bild dagegen direkt aus Kabul.

Oder wenn er sich die täglichen Unterhaltungs- und Boulevardmagazine «Volle Kanne» und «Leute heute» reinzieht. Oder wenn er mit dem «Traumschiff» auf grosse Fahrt geht.

Oder wenn Jan Böhmermann im «ZDF Magazin Royale» so frech gegen die Mächtigen von heute aufbegehrt wie weiland Karl-Eduard von Schnitzler mit dem «Schwarzen Kanal» im DDR-TV gegen die Granden der SED.

Mit acht Milliarden Euro Gebühren im Jahr bieten ZDF und ARD ein sogenanntes Vollprogramm, das an der jungen Generation komplett und am Rest der Bevölkerung zu drei Vierteln vorbeidudelt.

Auf Konkurrenz, die sich zudem selbst finanzieren muss, blicken die alimentierten und gehätschelten Staatsfunker mit Herablassung.

Ihre Arroganz können sie sich gut leisten: Sie wird von uns allen zwangsfinanziert.

163 0

6 Kommentare zu “Beim ZDF spricht man nur mit Häme über die private Konkurrenz. Das hohe Ross ist mit acht Milliarden Euro Zwangsgebühren gesattelt”

  • onckel fritz sagt:

    Bevor Herr Wunn (hatte ohne Lesebrille erst Wurm gelesen) sich ärgert, sollte er sich anschauen, wo die journalistische Messlatte liegt: Bei Servus-TV, Bild-TV, achgut pogo, JF-TV und div. anderen Internetsendern, last but not least Weltwoche daily. Dann sollte er sich an H.-J. Friedrichs erinnern und sich leise weinend in die Schämecke stellen.

    10
    0
  • Propagandastaatsfunk sagt:

    Danke für dies wahren Worte, ich persönlich schalte ARD/ZDF/DRadio seit langen gar nicht mehr ein, mit Zwangsgebühren werden wir beschimpft und verhöhnt von dieser Mischpoke.
    Wenn die Intendanten der ARD/ZDF mehr verdienen als eine Bundeskanzlerin lässt sich locker auf das Volk herabsehen.
    Als ich am Sonntag gelesen habe, dass bei A. Will (ARD) sich der Herr Montgomery noch hin stellt und sagt es gibt eine Tyrannei der Ungeimpften, ist mir die Galle hoch gekommen, was ein Hetzer, pfui kann weg

    17
    0
    • AntonHofnarr sagt:

      Der selbe Montgomery (Frank Ulrich - Präsident der Ärztekammer), der sich gegen Alterstests sogenannter "Asylbewerber" aussprach (sinngemäß meinte er, wäre das ein Eingriff in das Menschenwohl) ? Für mich nicht nachvollziehbar, wie man sich derart stromlinienförmig einem kranken Zeitgeist anpassen kann. Einfach nur charakterlos!

      4
      0
  • Joerg Sulimma sagt:

    Das Problem ist nicht nur die fehlende innere Unabhängigkeit dieser zwangsfinanzierten Redakteure - das Wort "Journalist" mag mir hier nicht über die digitalen Lippen gehen - sondern die vollständige Abwesenheit von Qualität. Humorlose Claqueure und Opportunisten am Werk, zumeist ohne jegliche Allgemeinbildung. Jan Böhmermann ist hier ein hervorragendes Beispiel, wie eben auch Karl-Eduard von Schnitzler, "Sudel-Ede". Aber damals gab es Gerhard Löwenthal - wo sind solche Journalisten heute?

    17
    0
  • AntonHofnarr sagt:

    Diese GEZ-Mafia. Immer wieder ärgere ich mich, wie vielen aus dem minderwertigen Gutmenscher-Pack, die sich - wo auch immer - in diesen sogenannten "öffentlich rechtlichen" eingenistet haben, ich zwangsweise zu einem Leben in Luxus verhelfen muß.

    19
    0
  • Schwikowski sagt:

    Das muss ein Ende haben, wird aber nur über Volksentscheide in jedem einzelnen Bundesland möglich sein, da alle Mehrheiten in den Landesparlamenten ja ebenfalls der Parteien-Diktatur angehören. Die Demokratisierung der Öffentlich-Rechtlichen Medien ist eine wichtige Zukunftsaufgabe in Deutschland, um nicht noch weiter als eine Angst-Republik den Abstieg aus dem Club der führenden Industrienationen zu beschleunigen.

    16
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.